Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

BRIEFPAPIER ALS WERBEHELFER 379 
Das wäre etwas ganz anderes als der unschöne, an eine Zei- 
‚ung erinnernde Reklamebriefbogen, wie wir ihn seither 
kannten. Der Hotel- oder Fremdenheimbesitzer brauchte nicht 
mehr, um billiges oder kostenloses Papier zu erhalten, für ihm 
völlig gleichgültige Firmen Reklame zu machen. Die nur be- 
freundete, gleichrangige Betriebe empfehlende, viel dezentere 
und vornehmere Reklame würde seinen befreundeten Betrieben 
und durch die Wechselwirkung auch ihm selbst zugute 
kommen. 
Nehmen wir ein Beispiel an. Das Hotel Ori in Bad Kissingen 
steht mit 15 Hotels in 15 anderen Städten im Empfehlungs- und 
Gästeaustauschverkehr. Diese 15 Häuser würden auf den Brief- 
bogen und Umschlägen des „Ori‘“ empfohlen werden. Das 
Hotel Ori selbst würde dann wiederum auf jedem einzelnen 
Briefbogen, der in jenen 15 Betrieben zur Verwendung kommt, 
mit empfehlendem Hinweis genannt sein. 
Sechzehn Betriebe könnten ihr Briefpapier und ihre Um; 
Schläge gemeinsam beziehen. Für den jeweiligen Briefkopf 
könnte ein Klischee zur Verfügung gestellt werden. Beim 
Druck wäre also nur das Klischee und je einmal die kleine 
Empfehlungsanzeige auszuwechseln. Es käme eine so große 
Bestellung in Frage, daß für jeden einzelnen. Betrieb eine 
wesentliche Herabminderung der Unkosten eintreten würde. 
Das Ausschlaggebende aber wäre, meiner Ansicht ‚nach, die 
wirkungsvolle und dabei doch vornehme Reklame. Sie brauchte 
übrigens gar nicht wie Reklame auszusehen, wenn das Pro- 
blem der empfehlenden Hinweise geschickt und künstlerisch 
gelöst wird. In dem beigegebenen flüchtigen Entwurfe versuche 
ich, meinen Vorschlag durch ein Beispiel zu illustrieren, Die 
Umschläge müßten denselben Text enthalten, Für die Emp- 
fehlungen könnte eventuell die Rückseite der Umschläge ver- 
wendet werden. 
Zum Schluß noch ein paar allgemeine Bemerkungen über die 
Briefbogen an sich. Daß sie dem Range des Hauses entsprechen 
müssen, ist eigentlich. selbstverständlich, wird aber doch nicht 
überall beachtet. Ich würde beim Briefpapier, namentlich auf 
dem, welches zum Briefwechsel des Hauses. mit den Gästen 
dient, nicht sparen. Es wäre Sparsamkeit an falscher Stelle, 
Der Brief ist auch ein Repräsentant des Hotels und der fein- 
[ühlige Gast wird von der äußeren Erscheinung des Briefes auf 
das Wesen des Hauses schließen. Für jedes Hotel, auch das ganz
	        
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