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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
auf Abwechslung und Neuerungen bedacht sein. Bilder in
Hochformat werden nicht berücksichtigt. Die endgültige Ent-
scheidung über die, in vierfacher Vergrößerung anzufertigenden
Künstlerzeichnungen, nach denen dann die Klischees hergestellt
werden, hat sich die Oberpostdirektion vorbehalten.
Es ist nicht jedermanns Sache, Ansichtspostkarten zu kaufen,
auf denen — von einem andern — gereimte Grüße oder Scherze
stehen. Da es aber genug Menschen gibt, die so etwas lieben,
sie dürften besonders in ausgesprochenen Touristenhäusern zu
finden sein, so weise ich kurz darauf hin und gebe in nach-
stehenden Zwei- und Vierzeilern ein paar Anregungen für
solche Reimspielereien. Nur empfehle ich, für den Druck eine
Schreibschrift, also keine ausgesprochenen Drucktypen, zu
wählen, damit es wenigstens „wie geschrieben‘ aussieht. Meine
Verse sollen natürlich nur Anregung sein, sie machen keinen
Anspruch auf Vollständigkeit, auf hervorragende poetische
Schönheit und Mustergültigkeit. Anlehnung an ein bekanntes
Lied oder Zitat, wie ich es schon bei meinen Vierzeilern im
Abschnitt „Zweck der Reklame‘ vorgeschlagen habe, wird
immer wirkungsvoll sein.
Zum Zeichen, daß ich deiner dachte
Ich diese schönen Verse machte.
Im kühlen Keller sitz’ ich hier.
Fein ist das Mahl, gut ist das Bier.
Dir öffne ich Bes Herzens Schrein.
Die Karte sagt: Tritt ein, tritt ein!
Du denkst, ich hätte dich vergessen?
An dich denk ich sogar beim Essen‘
Hier ist es gut sein, glaube mir;
Doch schöner wär's noch, wärst du hier‘
Eil hin zu ihr, du liebe Karte,
Und sag’, daß ich auf Antwort warte.
Mit Goethes Faust möcht still ich sagen:
Verweile doch! Hier ist's so schön! —
Bald muß mein Fuß mich weiter tragen,
Doch sage ich: Auf Wiedersehn!