Object: Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)

Erstes Kapitel. 
Keligiöse Bewegung; Luther. 
Das Geschlecht, aus dem Luther stammte, saß seit Urväter 
Zeiten zäh und kräftig im Dorfe Möhra, am Südwestabhange 
des Thüringerwaldes, wie es sich dort noch bis zur Gegenwart 
erhalten hat: an den Grenzen der größten mitteldeutschen 
Stämme, der Thüringer und der Franken, mitten im Herzen 
Deutschlands, stand die Wiege seines Vaters. Der alte Luther 
zog von dort nach Eisleben; hier wurde ihm, am 10. November 
1483, kurz vor Mitternacht, sein erster Sohn, Martin, der 
Reformator geboren. Bald darauf siedelte die Familie 
nach Mansfeld über, in die hüglige Stadt des Mansfel— 
dischen Grafenhauses. Der alte Luther arbeitete dort als 
Berghauer; die Familie, der ein reicher Kindersegen zu 
teil ward, nährte sich anfangs kümmerlich; oft mußte die 
Mutter all ihr Holz auf dem Rücken eintragen. Aber der 
Vater war fleißig und hielt an sich; so gelang es ihm wohl; 
er erwarb schließlich zwei Schmelzöfen, und noch heute stehen 
in der Hauptstraße der Stadt Reste des stattlichen Hauses, 
das er später erbaut hat. 
Die Jugend des kleinen Martin, anfangs durch Armut
	        
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