Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE 
bei geschmackvoller Farbenwahl, immer am wirkungsvollsten 
sein wird, der lasse sie wenigstens in ein oder zwei gefälligen, 
das Auge sympathisch berührenden Farben drucken. Im letzten 
Fall, bei zwei Farben, müssen diese natürlich auf einander ab- 
gestimmt sein. Untersuchungen einer englischen Plakatfirma 
über die Fernwirkungen von Farbenzusammenstellungen er- 
möglichen es auch dem Laien, sich vor unangenehmen Ent- 
gleisungen bei den farbigen Werbeschriften zu schützen. Die 
Untersuchungen jener englischen Plakatfabrik haben zu dem 
Ergebnis geführt, daß mit folgenden Farbenkontrasten gute, 
gefällige Wirkungen zu erreichen sind: 
schwarzer Druck der Werbeschrift auf gelbem Papier 
grüner weißem „ 
roter weißem » 
blauer weißem „ 
weißer blauem % 
gelber schwarzem ,, 
weißer rotem S 
weißer grünem 
roter gelbem 
grüner rotem 
roter grünem 
Die Wirkung des schwarzen Druckes auf weißem Papier oder 
umgekehrt, weiß auf schwarzem Grund, haben wir alle Tage vor 
Augen, so daß darüber nichts zu sagen ist. Die Tabelle bezieht 
sich nur auf natürliches Tageslicht. Die Wirkung mancher 
Farben, zum Beispiel rot, verändert sich bei künstlichem Licht, 
wie manche Farben ja auch auf der lichtempfindlichen photo- 
graphischen Platte ganz anders wirken. So wird zum Beispiel 
leuchtendes Rot auf der Photographie zum tiefen Schwarz. 
Oberstes Gesetz bei jeder Propagandaschrift müßte sein, ihr 
ein gefälliges, einladendes Äußere zu geben, das sie geeignet 
macht, schon auf den ersten Blick zu wirken und dem Emp- 
fänger den Wunsch zu suggerieren, sich mit dem hübschen 
Ding näher bekannt zu machen. Man erinnere sich deshalb, daß 
auch in der gut gewählten Farbe Werbekraft steckt, und daß 
die Harmonie der Farbe dazu beitragen kann, jedweder Reklame 
jenen aufdringlichen, unangenehmen Charakter zu nehmen, der 
ihr in manchen Volkskreisen noch heute die Stellung des 
Aschenputtels zuweist.
	        
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