Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

DIE PROPAGANDA IM AUSLAND 
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durch geschickte Werbung nahe. Man suggeriere ihnen den 
Wunsch, bei dieser Europatour auch dem werbenden Land 
unbedingt einen längeren Besuch abzustatten. Aber — — man 
hüte sich bei der Werbung in Zentral- und Südamerika vor 
jenen kleinen „Sprachfehlern“, die große, aber unerfreuliche 
Wirkungen haben können. Hierunter verstehe ich einen Fehler 
bei der Wahl der Sprache. Ein Mißgriff auf diesem Gebiete 
kann die ganze, klug durchdachte und sorgfältig vorbereitete 
Werbearbeit hinfällig machen. Wie leicht und zugleich wie 
gründlich das möglich ist, will ich an einem Beispiel aus dem 
kaufmännischen Leben zeigen. 
Eine deutsche Filmgesellschaft hatte sich brieflich an eine 
deutsche Firma in Guatemala, Südamerika, gewandt, um diese 
als Abnehmer zu gewinnen. Also eine ganz alltägliche Art der 
Werbung, über die eigentlich gar nichts zu sagen wäre. Ihr 
besonderes, recht unerfreuliches Gesicht bekam diese Werbe- 
affäre erst durch den bedauerlichen „Sprachschnitzer‘ der 
Filmgesellschaft. Diese hatte nämlich den fast unglaublichen 
Denkfehler begangen, einer deutschen Firma in dem spanisch 
sprechenden Guatemala in — — französischer Sprache zu 
schreiben! Sie bekam dafür eine Abfuhr von ungewöhnlicher 
Schärfe. 
Bei den Werbeschriften und Auslandsanzeigen hüte man sich 
vor einem weiteren, oft begangenen Fehler. Sobald zum Ausland 
gesprochen wird, muß man in erster Linie vom Land, dann erst 
von der Stadt reden. Die für England und Amerika bestimmte 
Werbebroschüre oder Anzeige trage deshalb am Kopf groß die 
Bezeichnung des Landes: 
GERMANT. 
Oder, wenn eine schweizerische Fremdenstadt, ein schwei- 
zerischer Kurort, ein schweizerisches Hotel die Broschüre, den 
Faltprospekt oder das Inserat in England oder Amerika ver- 
breiten, so rufe man recht kräftig: 
SWITZERLAND. 
An Hand zweier Musterbeispiele, die ich dem Text eingliedere, 
versuche ich diese wichtige Forderung deutlich zu machen. 
Man halte sich vor Augen, daß die geographischen Kenntnisse 
Sogar bei den Gebildeten zu wünschen übrig lassen. Wo 
Germany, Switzerland, Austria zu suchen sind, weiß wohl jeder
	        
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