Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE 
Die Organisation der Verpflegung und Unterkunft ist beson- 
ders wichtig. Der „gut ausgeschlafene‘“ oder der „gut gegessene““ 
Mensch ist nicht nur aufnahmefähiger, dankbarer für das Ge- 
botene, er wird auch zum wertvollen Werber. Es ist nun ein- 
mal in der menschlichen Natur begründet, daß bei der Unter- 
haltung über Reiseerlebnisse die Verpflegung eine wichtige Rolle 
spielt. Eine Probe auf dieses Exempel kann man in jedem 
Eisenbahnabteil machen. Man wird sich darüber zu einigen 
haben, ob die Kosten für Unterkunft und Verpflegung zweck- 
mäßiger in den Preis der Fahrt einbezogen, ob also ein Pau- 
schalpreis erhoben werden soll, oder ob man dem Reisenden 
die freie Wahl 1äßt, ihm aber klipp und klar sagt, mit welchen 
Preisen und auf was er in den zur Wahl stehenden Hotels und 
Gaststätten zu rechnen haben wird. Eine Einteilung der Hotels 
und Gaststätten in verschiedene ‚Klassen‘ sollte vermieden 
werden. 
Sache der Kurverwaltungen, Fremdenverkehrsvereine und 
Hotelbesitzerorganisationen wäre es, den Empfang und die 
Führung so zu organisieren, daß sich alles reibungslos und ohne 
Zeitverlust vollziehen kann. Ob man beispielsweise den Emp- 
fang dadurch feierlicher gestaltet, daß man Musik spielen 
läßt oder Ansprachen hält, wie es im Sommer 1925 beim Emp- 
fang von Sonderzügen schon geschah, ist Sache des Ge- 
schmacks. Auf jeden Fall muß dafür gesorgt werden, daß „Be- 
sichtigungen‘“ von Sehenswürdigkeiten, Museen usw. möglichst 
ganz frei sind und daß für etwaigen Konzert- oder Theater- 
besuch Preisermäßigungen geboten werden. Prinzipiell sollten 
alle Stätten, die der Bildung dienen, dem Wochenendfahrer 
unentgeltlich erschlossen werden, weil Pflege des Bildungs- 
dranges eine der Aufgaben des Wochenendes sein soll. 
Aus diesem Grunde sei an weitere Möglichkeiten erinnert, 
um die Wochenendfahrten noch stärker in den Dienst des 
Volkes zu stellen. Industrielle Werke, kaufmännische Betriebe 
usw. können zum Beispiel als Belohnung für besonderen Fleiß 
oder hervorragende Leistungen in der Arbeit bestimmte Wochen- 
endfahrten spenden. Studenten können Lernzwecke damit ver- 
binden, und es könnten also die Wochenendfahrten zu einer 
wertvollen Ausgestaltung der hier und da gebräuchlichen 
Studienfahrten junger Studenten verwertet werden. Auf diesem 
Gebiete wären noch manche Möglichkeiten zu erschließen. Auf- 
gabe der Kurverwaltungen sowie der Städte wäre es, mit neuen
	        
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