Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

PROTESTE GEGEN FILMREKLAME IM THEATER 649 
88. PROTESTE GEGEN FILMREKLAME IM 
THEATER 
Nachdem ich im vorhergehenden Kapitel den Werbewert der 
verschiedenen Arten von Filmreklamen veranschaulicht habe, 
ist es für den Hotelbesitzer, Gastwirt und Fremdenverkehrs- 
interessenten wichtig, Kenntnis davon zu erhalten, wie das Publi- 
kum sich unter gewissen Umständen zu der Filmreklame in 
Theatern stellt. In einem Privat-Schauspielhaus zu Dresden, 
dem Albert-Theater, wurde wiederholt gegen die dort vorge- 
führte Filmreklame protestiert. Die letzten Kundgebungen 
nahmen einen besonders erregten Verlauf und arteten in 
Lärmszenen aus, wie sie in der Dresdner Theatergeschichte 
selten zu verzeichnen gewesen sind. Der Protest steigerte sich, 
als ein Theaterbesucher vom zweiten Rang aus eine Ansprache 
hielt, und die zahlreichen Besucher auf die schädlichen Wir- 
kungen hinwies, die durch solche Ablenkungen, wie sie eine 
Filmreklame vor oder zwischen einer geschlossenen Theater- 
vorstellung zur Folge haben muß, hervorgerufen werden. 
Es ist als eine in der Theatergeschichte noch nicht vorge- 
kommene Tatsache festzustellen, daß ein richtiger Theater- 
skandal sich ereignete, den aber keine Schauspielpremiere und 
keine mißliebige Bühnengröße hervorgerufen hat, sondern ein 
Kind der neuesten Zeit, die Filmreklame. Man mag sich zu dem 
Vorgang in Dresden stellen wie man will, man mag die Er- 
vegung der Theaterbesucher für berechtigt oder nicht berech- 
tigt erklären, man mag die spontane Ansprache eines Theater- 
besuchers für angebracht oder deplaciert halten, die Tatsache 
bleibt bestehen, daß ausgerechnet jene Kreise gegen die Film- 
teklame protestiert haben, an die sie sich wendet und für die 
sie bestimmt ist. Also ein Zeichen, woran der Reklamefach- 
Mann nicht mit einem Achselzucken vorübergehen kann, son- 
dern von dem er Kenntnis nehmen muß.
	        
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