fullscreen: Das Hotel- und Gastgewerbe

DIE NEGATIVE REKLAME 
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sogleich der ganze künstliche Theaterdonner aufgezogen. Nicht 
nur die kleine Mücke, die der Wehleidige für einen Elefanten 
hielt, wird in Grund und Boden gedonnert, sondern sämtliche 
Hotels und Gaststätten jenes Ortes, ja, der ganze Ort selbst, 
werden mit Fluch und ewiger Verdammnis bedroht. 
Diese Verallgemeinerung ist es, gegen die man sich immer, 
wenn sie verübt wurde, recht kräftig zur Wehr setzen möge. 
Man wende sich gegen das einseitige Hinausschreien von Be- 
schwerden, ohne daß man es für nötig hielt, den angegriffenen 
Teil vorher mit der schüchternen Frage zu belästigen: Was 
hast du dazu zu sagen? Verhält die Sache sich wirklich so oder 
hat unser Gewährsmann — es kann auch eine Gewährsfrau 
gewesen sein — erst durch die berühmte Verärgerungsbrille 
gesehen und sich dann auch noch die Vergrößerungsbrille auf- 
gesetzt? 
In dem Abschnitt „Die heitere oder satirische Episode in der 
Kurort-Werbung‘“ habe ich einen Fall, der sich tatsächlich ganz 
genau so, wie ich ihn schildere, zugetragen hat, zu einer 
grotesken Satire verarbeitet. Er ist typisch für das, was ich in 
diesem Kapitel zu geißeln versuche! Ungehörig ist es, wenn 
jemand für „seinen“ rein persönlichen Verärgerungsfall die 
Allgemeinheit verantwortlich macht und sie zu strafen versucht, 
indem er Druckerschwärze verspritzt. Ungehörig ist es, wenn 
irgendeine Zeitung sich ohne weiteres zum Sprachrohr solcher 
Entrüstungstöne macht, ohne vorher die Wahrheit zu erfor- 
schen. Mir kommen solche Zeitungen und Zeitschriften vor wie 
der verstorbene sächsische Abgeordnete Julius Kell, der in der 
zweiten Kammer einmal gesagt hat: Die Gründe der Regierung 
kenne ich nicht, aber ich muß sie mißbilligen! Jene Blätter 
kennen die Wahrheit gar nicht, versuchten sie auch nicht zu 
erforschen, aber sie sprachen dem angegriffenen Teile ihre 
Mißbilligung aus. 
Ein viel, viel Größerer als der Abgeordnete Kell, nämlich der 
Alte Fritz, dem Toleranz Herzensbedürfnis und nicht nur 
Regierungskunst war, hat allerdings einmal das wirklich könig- 
liche Wort gesprochen: Gazetten müssen nicht geniert werden! 
Aber so hat er es doch nicht gemeint, daß sie das Recht haben 
sollen, ohne Verhör Urteil und Recht zu sprechen. 
Auch sehe ich den Grund nicht ein, warum gerade die Hotels, 
die Bade- und Kurorte, die Wintersportplätze vogelfrei für die 
Kritik sein sollen. Hat man es schon erlebt, daß eine Tages-
	        
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