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gebrannt wurde. Als Arbeitskräfte erscheinen ausländische erfahrene
Bergleute, von Peter nach Kußland gerufen, dann Tulasche Schmiede,
die man, um dem Mangel an qualifizierten Arbeitern abzuhelfen, in
großen Mengen im Uralgebirge angesiedelt hatte, dann ganz unge
bildete Arbeitskräfte, wie Leibeigene, welche nach den Ukasen von
1703, 1720 und 1723 massenhaft nach dem Uralgebirge verpflanzt
wurden. Unter den damaligen Verhältnissen war es völlig ausge
schlossen, freie Arbeiter zu bekommen, andererseits konnte man
wegen der niedrigen Technik auch die Kräfte der Leibeigenen
produktiv ausnützen: erstens waren sie außerordentlich billig und
zweitens konnte man sie massenhaft verwenden.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nahm die russische
Eisenindustrie außerordentlich zu. 1767 waren schon 140 private
und staatliche Werke im Betriebe 1 . Für das ganze Keich schätzte
man im Jahre 1789 die Zahl der Hochöfen allein auf 100.
Die Produktion von Schmiedeeisen hatte in diesem Jahre 5 Millionen
Pud (82 000 t) erreicht, wozu 7 1 / a bis 8 Millionen Pud Roheisen
nötig waren 2 . Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ist die Gesamt
produktion von Roheisen auf nicht weniger als rund 9 Millionen
Pud anzuschlagen. In dieser Entwicklung nahm das Uralgebirge
den ersten Platz ein, so daß seine Produktion durchschnittlich 75°/,>
der Gesamtproduktion .bildete.
Parallel der Eisenproduktion ging die Eisenausfuhr. Wenn im
Jahre 1760 die Gesamtausfuhr erst 820000 Pud erreichte, so stieg
sie während der 90er Jahre über durchschnittlich drei Millionen
Pud hinaus, was nicht weniger als die Hälfte der russischen Gesamt
produktion ausmachte. Die Gesamtsumme aller nach dem Auslande
gelieferten Eisenprodukte betrug im Jahre 1794 5 204125 Rbl.
und behauptete nach Hanf und Elachs die erste Stelle aller Export
artikel Rußlands 8 . Hauptmarkt für russisches Eisen war von Anfang
an England. So betrug die russische Ausfuhr in Tonnen 4 :
Jahr
von Archangelsk
von St. Petersburg
nach England
überhaupt
nach England
überhaupt
1795
64
106
2023
_
1796
104
152
1837
2 329
1797
125
172
1579
1857
1798
97
157
2 345
2 689
1 Brandt, a. a. O. S. 11.
^ Beck, a. a. O.. Bd. Hl, 8. 1134.
3 Keppen, Materialien zur Geschichte des Bergbaus in Südrußland,
Charkow 1899, S. 6 (russisch).
3 Beek, a. a. 0., Bd. HI, S. 1085.