Willi Münzenberg. 92921
Es wird die erste Aufgabe des neugewählten Generalrates der Weltliga sein,
sofort die Mittel und Methoden zu untersuchen, die anwendbar sind, um dem
chinesischen Volke und der chinesischen Volksarmee aktive und tatkräftige
Unterstützung gegen den neuen imperialistischen Vorstoß in China zu leihen.
Es wird wohl unsere erste Aufgabe sein, sofort die gesamten Arbeiterorgani-
sationen und Gewerkschaften sowie die politischen Arbeiterinternationalen zu
mobilisieren, um sie zu veranlassen, mit der Liga gemeinsam eine große
internationale Aktion gegen die militärischen Interventionen in China einzu-|
leiten. Wir werden sofort nach Beendigung des Kongresses in allen euro-
päischen und amerikanischen Ländern Massenversammlungen zur Aufklärung
über die Ursachen des chinesisch-englischen Konfliktes durchführen, um
durch Massenkundgebungen Millionen von Arbeitern und Bauern für China zu
mobilisieren. Die englischen Freunde haben gestern mitgeteilt, daß vor ihrer
Abreise in London eine Demonstration „Hände weg von China‘ stattfand,
die die stärkste und mächtigste Demonstration gewesen sei, die London seit
Jahren gesehen hätte. Heute schon sehen wir, daß in der ganzen Welt die
Sympathien für China groß sind. Diese Sympathien müssen wir stärken,
steigern, erweitern und daraus eine Aktion entfalten, die stark genug ist,
den imperialistischen und militärischen Kriegshetzern in die Arme zu fallen.
Wir wissen nicht, welche Mittel in diesem Unterstützungskampf für China
gegen den Imperialismus zur Anwendung kommen müssen und kommen.
Das wird abhängig sein von dem Grade der Bewegung, von dem Umfange
der Aktion. Erwogen wurde bereits die Organisierung eines nicht nur chine-
sischen, sondern internationalen Boykotts gegen denjenigen Staat, der weiter
versuchen sollte, militärisch gegen China vorzugehen. England hat schon am
chinesischen Boykott erfahren müssen, was für eine mächtige und schmerz-
liche Waffe ein wirtschaftlicher Boykott für den davon betroffenen Staat ist.
Die Weltliga gegen Imperialismus und für nationale Unabhängigkeit
wird sich nicht darauf beschränken, sondern sie wird alles tun, um auch den
übrigen unterdrückten Völkern und Nationen Hilfe und Unterstützung an-
gedeihen zu lassen. Wir sind keine Phantasten und utopischen Träumer,
wir kennen sehr wohl die Grenzen unserer Kräfte und Leistungsmöglich-
keiten. Wir wissen, daß wir noch schwach sind und daß unsere Mittel nicht
ausreichen, um gleichzeitig allen ausgedehnte Hilfe zu gewähren. Aber wir
werden das Maximum unserer Kräfte bis zur Erschöpfung einsetzen, um
den Unterdrückten zu helfen. Aktuell ist die Notwendigkeit der Unter-
stützung der imperialistischen Opfer in Java und Sumatra, Es wurde vor-
geschlagen, der holländischen Regierung den Vorschlag zu unterbreiten, eine
Kommission nach Java zuzulassen, die die dortigen Zustände objektiv unter-
sucht und die Ursachen zu ergründen hat, die zum Aufstand geführt haben,
Wir werden dazu vorschlagen: Fritjof Nansen, Bernhard Shaw, Henri Bar-
busse. Wenn die holländische Regierung die Entsendung der Kommission