wie überhaupt die Passatwinde sind für die Segelschiffahrt der
Tropengebiete unentbehrlich. Sie führen bei den Seefahrern auch
den englischen Namen „trade winds‘‘, was nicht mit „Handels-
winde‘‘ zu übersetzen ist, sondern mit „Winden, die ihre Richtung
einhalten‘‘, „to blow trade‘ to blow always in the same course.
Die Franzosen nennen die Passate ‚vents alizes‘‘, Südlich des
45° s. Br. hat sich eine Zone vorherrschender Westwinde ausge-
bildet; sie erzeugen die mehr oder minder zusammenhängende
Westwind-Trift, die in höheren südlichen Breiten als ge-
schlossener Luft- und Meeresströmungsring die Erde umkreist. Da
sie beständig wehen („brave winds‘), erleichtern sie den Segel-
verkehr.
Nicht allein, daß die Meeresströmungen für die Schiffahrt von
großem Nutzen sind, haben sie noch weittragende Bedeutung im
Haushalte der Natur. Die Erzeugnisse verschiedener Gegenden
werden durch sie ausgetauscht. Die Labradorströmung bringt in
ihren kühlen Wassermassen ungeheure Fischmengen mit nach
Süden, die sich beim Auftreffen auf die warme Strömung des Golf-
stromes stauen. Das geschieht bei Neufundland. Deshalb ist hier
der reichste Fischereigrund der Erde anzutreffen. An die vege-
tationslosen Küsten nordischer Gebiete bringen die Ausläufer des
Golfstromes Treibhölzer. Die Strömungen haben durch ihren Sa-
mentransport die Bepflanzung und Bewaldung bewirkt; ohne sie
würden die Koralleninseln des Großen Ozeans öde Eilande sein.
Einen weiteren Nutzen der Meeresströmungen erblicken wir in
der Milderung des Klimas nördlicher Breiten. Freilich darf man
diesen Nutzen nicht zu hoch anschlagen; er erstreckt sich vornehm-
lich auf die Küstengebiete. Dabei ist zu erwägen, daß es be-
sonders die Winde sind und die mit ihnen geführten Wasserteilchen,
die das Klima eines Landes weit binnenwärts beeinflussen.