Zeichnen wir heute jede Route der Ozeanschiffahrt in eine Karte,
entsteht ein Gewirre von Linien, aus dem man sich kaum
herausfinden kann. Bei schärferem Hinsehen merkt man, wie sich
die einzelnen Routen bei Berücksichtigung der transportierten
Güter zu gewissen Hauptrouten zusammenballen (s. Abb. 12). In
der Hauptsache verdichten sie sich zu einer „nordatlantischen‘‘,
„mittelatlantischen‘‘, „südatlantischen‘‘ und „indisch-ostasiatisch-
australischen (über Suez) Route‘. Die „südatlantische Route‘ wen-
det sich der südamerikanischen Ostküste zu. Ihr entspricht auf der
andern Seite des Ozeans die ‚„westafrikanische Route‘. Beide
Routen streben über den Atlantischen Ozean hinaus, die süd-
atlantische nach dem Pazifischen Ozean, wo sie sodann als ein
Teil der „atlantisch-pazifischen Route‘, die von Westeuropa aus-
geht, erscheint, und die „westafrikanische‘‘ um das Kap der Guten
Hoffnung herum nach dem Indischen Ozean und dem Westen des
Großen Ozeans. Die historische Bedeutung der alten „Kaproute‘‘
ist verblaßt, nachdem sie von der „Suezroute‘‘ abgelöst wurde.
Immerhin hat sie noch Bedeutung für den Segler- und Dampfer-
frachtverkehr nach Indien und Australien. Die Schiffahrt wird da-
bei von den „braven Winden‘ unterstützt (s. S. 13). Teile der Suez-
route sind die „nordafrikanische‘‘ und „ostafrikanische Route‘‘.
Einvon Europaausgehender, die Erde umspannen-
der Verkehrsring (in regelmäßiger Fahrt) fehlt, da auch
heute noch nicht, trotz des der Schiffahrt seit 1915 dienenden Pa-
namakanals, transpazifische Routen in das regelmäßige, von Europa
aus unterhaltene Verkehrsnetz eingegliedert sind. Es dürfte wohl
auch schwerlich von Europa aus ein regelmäßiger transpazifischer
Verkehr unterhalten werden, da die Inselwolken des Großen Ozeans,
die großer bedürfnisreicher Hinterländer ermangeln, und die Er-
zeugnisse der Inseln keinen regelmäßigen Verkehr erheischen.
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