anzusehen, der dem Gesamtreiche zur See wie zu Lande zweifels-
ohne einen stärkeren Rückhalt sichert.
Die Seemacht gewährt den Völkern den besten Schutz ihrer
wirtschaftlichen Tätigkeit. Die Zeit, wo einzig und allein die wirt-
schaftliche Tüchtigkeit entscheidet, scheint noch in ferner Zu-
kunft zu schlummern, trotz der laut tönenden Abrüstungsvorschläge
gerade von seiten der Staaten, die am meisten gerüstet sind und
rüsten, und trotz des Völkerbundes. Die Seemacht führt nicht allein
zur Erweiterung der Handelsgebiete, sondern stärkt gleichfalls
den Unternehmergeist und erhöht die Sicherheit des Absatzes. Das
ist eine sehr wichtige Erkenntnis der Weltwirtschaft, und das
rechtzeitige Verstehen dieser großen Wahrheit, dieser Wert-
schätzung der seewirtschaftlichen und seepolitischen Machtfakto-
ren, dieser Großzügigkeit des gegenwärtigen Jahrhunderts war das
Kennzeichen der deutschen Staats- und Handelspolitik vor dem
Kriege. Der Weltkrieg hat die Weltschiffahrt und den Welthandel
aus ihren Bahnen geworfen. Langsam richten sich alte Machtgebiete
wieder ein, langsam bekommen die neuen sichern Halt. Auch dies
zu erkennen, muß eine ernste Pflicht des deutschen Staates
sein. Die Zeichen scheinen nicht zu trügen, daß sich der neue deutsche
Staat, wenigstens erkenntnismäßig, die Bedingungen der heutigen
Weltwirtschaft und Weltpolitik zu eigen macht. Dadurch unter-
scheidet sich die deutsche Staats- und Handelspolitik bereits vor
wie nach dem Kriege von der Bismarckschen Periode des ver-
gangenen Jahrhunderts, die noch nicht mit den Raumgrößen der
heutigen Weltwirtschaft zu rechnen gelernt hatte; denn sie war
ganz und gar in dem Monopol einer europäischen Großmachtreihe
begründet. Das Monopol mußte stürzen, seitdem die Vereinigten
Staaten im Kriege mit Spanien glücklich hervorgingen, Kuba be-
setzten und sich eine Etappenstraße durch den Großem Ozean
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