fullscreen: The law of friendly societies, and industrial and provident societies, with the acts, observations thereon, forms of rules etc., reports of leading cases at length, and a copious index

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RUSSLAND. — Finanzen ^Budget . 
A. Unmittelbare Staatsschuld (Ende 1864). 
1) Consolidirte (ungerechnet das lOü’-Anlehen vom Dec. 1864) 478’845,681 
2) Schwebende (Schatzscheine u. dgl.) 216’436,100 
Summe A. . . . 
B. Mittelbare Staatsschuld (Oct. 1864). 
1) Creditbillete (nach Abzug des Metallvorraths) 
2) Einlagen in die Depositenbanken von Petersburg u. Moskau 
3) 5procentige Reichsbankbillete 
4) Schulden des Reichsschatzes an die Creditanstalten . . . 
Summe B 
C. Polnische Schuld 32,3 Mill., Finische 7,4’ 
Gesammtsumme der drei Kategorien .... 
Mit Einrechnung des neuen Anlehens . . . 
695’281,781 
567’773,342 
78,183,138 
273’801,550 
157’m^l79 
1U77’68472o'9 
39,700,000 
1812’665,990 
1912’665,990 
Während man selbst in dem reichen Frankreich eine schwebende 
Schuld von einer Milliarde Franken als alle Sicherheit der Finanzver- 
waltung zerstörend anerkennt, .begegnen wir in dem armen Russland 
einer solchen schwebenden Schuld von mindestens 5176 Mill. Frkn., 
also mehr als dem Fünffachen jenes Betrags. 
Zur Schuldgeschichte. Das Papiergeldsystem ist in Russland ein altes 
Uebel. Schon unter Katharina II. (Manifest v. 29. Dec. 1768) suchte 
man den Finanzen damit aufzuhelfen (Vorwand war die Unzweckmäs 
sigkeit des circulirenden Kupfergeldes). Die Gesammtsumme der »As- 
signationen« sollte 20 Mill, nicht übersteigen dürfen (Ukas v. 10. Jan. 
1774), dennoch (Manifest v. 28. Juni 1786) erfolgte die Vermehrung 
auf 100 Mill, als neues Maximum. Bei dem Tode der Kaiserin waren 
für 157®4 Mill. Assignationen ausgegeben; sie verloren 47 Proc. im 
Curse gegen Metallgeld. Während der Kriege gegen Frankreich und 
die Türkei erfolgten immer weitere Emissionen. Schon 1810 befanden 
sich die Finanzen in starker Zerrüttung. Die Summe des Papiergeldes 
belief sich auf 577 Mill. K. Alexander erklärte das ganze Staatsvermö 
gen als Unterpfand, und gab das Versprechen (Manifest v. 2. Febr. 1 810 , 
dass keine weitere Emission erfolgen solle. Aber die drei Kriegsjahre 
1812—15 erforderten 320 Mill. S.-R. über den gewöhnl. Bedarf. Im 
Jahre 1815 war der Curs der Assignaten 418, d. h. 1 Silb.-Rub. war 
gleich: 4 Rub. 18 Kopeken Assignaten. Nach dem allgemeinen Frie 
den dachte man ernstlich an eine Aufbesserung der F inanzlagc. Die ei 
gentliche inscribirte Staatsschuld betrug nicht viel mehr als 1 25 Mill. 
S.-R. Dagegen circulirte für 836 Mill. Papiergeld ! Man machte Anle 
hen ; zuerst 1817 im Inlande; Oprocentigc Obligationen wurden zu 
83% % ausgegeben und die Zahlung brauchte nur in Papier geleistet zu 
werden; dann 1818 im Auslande, 6procentig zu 85, gleichfalls in Pa 
pier zahlbar; 1820 folgte ein 5proc. Silberanlehen im Auslande zu 72%, 
so dass die Regierung für 40 Mill, kaum 29 wirkl. erhielt; spätere An 
lehen erfolgten zu 77 u. 77% %. Im Jahre 1823, als Graf Cancrin die 
Leitung der Finanzen übernahm, betrug die Masse der circulirenden 
Assignaten noch 596 Mill, und der Curs stand auf 3 R. 60 Kop. gegen 
Silber. Im J. 1839 versuchte es die Regierung, die Silberwährung wie 
der zur Hauptbasis der Geldcirculation des Reiches zu machen und be 
stimmte , dass der Silberrubel in seinem bestehenden Werthe und mit
	        
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