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gedanken mehr. zu verbreiten, sind in. Jetzter Zeit Verkäuferkurse
zum Teil an Handelslehranstalten, zum Teil in großen Be-:rieben
(auch in Wien) eingeführt worden. Professor Schigut
verichtet. über den ersten Verkäuferkurs, den er 1925 abhielt,
folgendes. Die Verkaufstechnik soll erst nach dem Unterricht in
den Grundbegriffen des Verkaufens gelehrt werden; diese sind:
\. Berufskunde, 2. Arbeitsliebe, 3. Warenkunde. . Zu 1.: Dilettanten
des Einzelhandels glauben, die Kundschaft sei ihnen tributpflichtig,
und sie hätten bloß die Preise (alle Spesen + »bürgerlichen Nutzen«)
/estzusetzen, ohne zu begreifen, daß sie trachten müssen, die Waren
so billig, so prompt‘ und. so gefällig als möglich feilzubieten.
Diese Denkart muß anerzogen werden, sonst hilft die beste Verkaufstechnik
nicht. Zu 2.: Der Mangel an Ehrgeiz, die Arbeitsunlust
muß aus dem Verkäufer verschwinden; er ‚darf seine Zeit nicht
»%loß abdienen, sondern soll ‘seine Vorrückung durch gute Arbeit,
zeine bessere Bezahlung durch Erzielung guter Geschäfte und hoher
Umsatzprovisionen anstreben. Um seinen Beruf lieben zu lernen,
nuß dem jungen Kaufmann schon der Unterricht interessant gestaltet
werden, z. B. verweist man darauf, wie fesselnd es ist, Charakter
ınd Temperament der Käufer zu studieren, welche Vorteile das
Erkennen des »inneren« Käufers dem Verkäufer in die Hand gibt, wie
dessen Liebenswürdigkeit, der Optimismus, sich leicht auf den Kunden
iberträgt. Ein Angestellter, der sich für seinen Beruf nicht interessiert,
wird ihn stets nur mangelhaft, ohne die notwendige Geistes“ und
Willenskraft; ‚ausüben, und- gewisse Phrasen, ein gewisser »Schmiß«
sind kein Ersatz für die fehlende Käuferbehandlungskunst. Die Mehrzahl
der Adepten Schiguts ließen sich erziehen und die ungeeigneten
werden bald aus der Praxis ausscheiden oder zurückbleiben. Eine
solche Salesmen-Schule ist daher auch eine psychotechnisch gute
»Eignungsprüfung«. Zur Lehre von der eigentlichen Verkaufstechnik
gehören: Sprechkunde (keine leeren Phrasen! Deutliche Aussprache‘);
Übung der Sinne; Schulung der Aufmerksamkeit und Beobachtungsgabe,
Entwicklung des (Personen- und Zahlen-) Gedächtnisses sowie
des logischen Denkens und der Kunst, sachlich zu debattieren; Ent-/altung
der Initiative, nicht zuletzt eine der schwersten Künste (siehe
ben: »Individuelle Rationalisierung«): Ausbildung von Ausdauer
und Geduld. Dazu kommen noch andere Unterrichtsfächer, wie Verständnis
für die Lokal- und Schaufensterbedeutung und für deren
Ausnützungsmöglichkeiten. Für alle Stufen des Unterrichtes muß