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die richtige Erarbeitungsmethode gewählt werden, damit das
Erlernte im Kopfe des Schülers haften bleibe und der Trieb, es in
die Praxis umzusetzen, erweckt werde. Aber auch auf sein Äußeres,
sein Benehmen muß der Verkäufer achthaben, sagt doch der
Amerikaner: »No salesman is properly dressed, unless he has a
smile on his face«.
Werbewesen.
Ähnlich wie die Schulung zum konkreten, persönlichen Ver-
kaufen, wird heutzutage auch die allgemeine, nicht von Person
zu Person sich vollziehende Gewinnung von Kunden — das Werbe-
wesen (Reklame) — als eines der wichtigsten Mittel rationalisierter
Verkaufspolitik erkannt und in mannigfacher Richtung erforscht,
zelehrt und ständig zu verbessern gesucht. In den Business Admini-
strations-Abteilungen der großen amerikanischen Universitäten sind
dem Advertising (Werben) ausführliche Kollegien gewidmet, die sich
auf die Werbepsychologie, auf das Recht der Reklame, auf die Lehre
vom richtigen Werbetext (sprachlich-literarischer Unterricht) aut
Typographie und Optik (Werbebilder, Plakate) u. a. m. beziehen.
Größere Firmen haben schon längst ihre eigenen Reklamechefs,
große Reklamebureaus besorgen die Reklame anderer Firmen. Ähnliche
Einrichtungen bildeten sich in den letzten Jahren auch in Europa
aus, So auch in Wien, wo 1927 eine eigene reklamewissenschaftliche
Kursfolge eingerichtet wurde, die unter der Ägide des klassischen
Forschers auf dem Gebiete der Reklame, des Ministers a. D.
Professor Viktor Mataja, arbeitet.
Da die Fragen des Werbewesens von allen Rationalisierungs-
methoden im großen Publikum wohl am meisten bekannt sind,
dürfen wir uns hier auf wenige Bemerkungen allgemeiner Natur
beschränken. Als herrschende Meinung kann festgestellt werden,
daß heute alle Beteiligten. grundsätzlich von der großen Wirkung
richtig aufgemachter Reklamen (die allerdings nie apodiktisch
vorhergesagt werden kann) überzeugt sind, ebenso davon, daß die
Reklame den Umsatz, die Verkäufe wesentlich zu erhöhen im-
stande ist, ja oft neue Bedürfnisse hervorruft, Käufer und Verkäufer
oft überhaupt erst zusammenführt, nicht selten zu Fortschritten
der Technik, aber auch der Gesundheitspflege (man denke z.B. an
all die Zahn- und anderen Pflegemittel) geführt hat und vielen
tausenden Betrieben mit einer großen Zahl von Beschäftigten
Kobatsch, Wirtschaftlichkeitslehre.