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seine Unkosten in mehrfacher Hinsicht erheblich vermindern, daher
billiger verkaufen als andere Firmen.
Eine andere Verkaufsform sind die Einheitspreisläden und
die Selbstbedienungsgeschäfte, beide wohl geeignet, die Regien
wesentlich zu ermäßigen, die Ware daher zu verbilligen; vom Stand-
punkte des Käufers ist nur zu erwähnen, daß die Gefahr des Er-
werbes minderwertiger oder verdorbener Waren möglich ist.
In Europa weniger als in Amerika, dem Lande der riesigen
Entfernungen, verbreitet ist der Typus der Postversandhäuser
‚Mail order houses). Sie verkaufen nicht an Ladenkunden, sondern
versenden Kataloge, auf Grund deren man bei ihnen bestellt und
das Haus die Ware »postwendend« an den Besteller absendet. Die
großen amerikanischen Firmen dieser Art vertreiben alle erdenklichen
Gegenstände, unterhalten eigene Fabriken, eigene Druckereien, Post-
ämter und Bahnen, haben den Geschäftsbetrieb weitestgehend mechani-
siert und automatisiert und versorgen einen namhaften Teil der
Landbevölkerung und der kleinen Städte mit Waren. Sie ersparen
rationellerweise folgende Regien: Agenten, Reisende, Groß-
handel, Kundenbedienungspersonal; ein weiterer Vorteil ist die Ein-
sendung (Überweisung) des Kaufpreises mit der Bestellung,
also eine namhafte Zinsenersparnis; bei Nichtkonvenieren der Ware
wird der Preis sofort zurückgezahlt oder die Ware umgetauscht.
Noch einer neuzeitlichen, vielfach als rationell bezeichneten Art
des Warenvertriebes sei gedacht: der »Konsumfinanzierung«
der Abzahlungsgeschäfte (in Amerika »Instalment stores«). Ihr Wesen
ist die Erwerbung von Gebrauchsgegenständen gegen ratenweise
Zahlung des Preises, aber. nicht nach Art der altbekannten Raten-
geschäfte, sondern in der Weise, daß ein dritter Faktor zwischen
Kaufmann (Warenhaus) und Käufer tritt, eine Bank‘ oder eine Ver-
sicherungsgesellschaft, die das Risiko übernimmt, bzw. die Ab-
wicklung dieser Kaufgeschäfte finanziert (z. B. Schecks ausstellt,
mit deren Hilfe die Raten gezahlt werden). In Deutschland,. auch
in Österreich begannen sich weitere Kreise des Einzelhandels für
diese Verkaufsart zu interessieren und darauf bezügliche Ein-
richtungen zu schaffen. Veranlassung hiezu gab wohl vor allem die
Stagnation im Warengeschäfte und die Hoffnung, auf Grund der
erleichterten Zahlungsart mehr als bisher abzusetzen. Als Notstands:
maßregel gedacht, ist somit die Konsumfinanzierung kaum anzu-
echten. Man wirft ein, daß der nun einmal bestehende Mangel