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getan werden. Ähnlich wie für Obst, ist auch für Blumen noch
so manche Rationalisierungsmaßregel notwendig, um die inländische
Erzeugung zu heben.
Daß die Viehzucht durch systematisches Hinwirken aut »Best-
leistungen« merklich gefördert werden kann, ist vielleicht auch in
Laienkreisen bekannt, weiß man ja von Zuchthengsten, Zuchtstieren,
Zuchtebern, von Stierschauen, wo die besten Tiere prämiiert werden.
Aber eine durchgreifende, die Inlandproduktion merklich — quanti-
:ativ und qualitativ — hebende Rationalisierungspolitik erfordert noch
viele andere tierzüchterische Arbeiten. Da ist z. B. die Rationali-
sierung der Fütterungsmethoden, Anlage von Futtlersilos, regel-
mäßige Düngung der Wiesen und Kleefelder, Gras- und Kleesaat-
auswahl u. a. Durch Vermehrung und Veredlung des Rinderbestandes
vermehrt und verbessert sich die Milchproduktion, es fällt mehr
Buttermilch ab, was wieder die Fütterung der Jungschweine fördert.
Die Schweinemast wird ferner rentabler gemacht, wenn die Kartoffel-
trocknung wirtschaftlicher gestaltet werden kann, wenn dieses
Futter dem Vieh auch in der kartoffelarmen Zeit zu Gebote steht;
die dadurch bewirkte Senkung des Kartoffelpreises wirkt auch auf
den Schweinepreis, wie überhaupt die überragende Bedeutung der
Futterpreise für die Viehpreise noch viel zu wenig beachtet wird
(vgl. Vossische Zeitung vom 10. August 1927).
Die agrarische Rationalisierung kann ebensowenig wie die der
Industrie (siehe unter »soziale Rationalisierung«) vor der Arbeiter-
[rage haltmachen. Die schon erwähnte »Leutenot« der Landwirt-
schaft, eine Folge der Anziehung der Stadt und oft unzulänglich
wohnlicher und sonstiger Verhältnisse auf dem Lande, kann,
u. zw. durch zunehmende Mechanisierung der Landarbeit bekämpft
werden; aber immer wird man »Leute« brauchen und diesen die
Arbeit anziehend zu machen, die richtige Arbeits- und Lohnmethode
zu wählen, ist eine Hauptaufgabe der sozialen Rationalisierung aut
jem Lande. Mit Recht verwies der »Deutsche Landwirtschaftsrat«
11926) darauf, daß dem Landarbeiter die Arbeit angenehm und leicht
gemacht werden muß; man soll ihn auf praktische Handgriffe auf-
merksam machen und praktische Werkzeuge anschaffen: jede un-
nütze Anstrengung ist auszuschalten — kleine Wasserkräfte, der
Elektromotor (von dem früher die Rede war) sind daher als wahre
Freunde des Arbeiters anzupreisen. Eine richtige Lohnmethode ver-
langt, daß jeder Arbeiter nach seiner Leistung entgolten werde,