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solcher vielleicht nur für Forschungsreisende und als Heeresproviant
ratsam. In früheren Zeiten wurden in viel größerem Maße, als dies
jetzt noch der Fall ist, im Haushalte einzelne Gemüsearten zum Teil
auf recht primitive Weise auf bewahrt. Heute aber sind die fabrik
mäßig hergestellten Konserven so wohlfeil geworden, daß sich die
Hausfrau selten noch die Mühe nimmt, selbst Konserven herzustellen.
Auch hier begegnet uns wie so oft in der Volkswirtschaft eine aus
einem Hauswerk entstandene Industrie.
Welche Bedeutung die Produkte dieser neuen Industrie erlangt
haben, vermag man aus dem Bedarf unserer großen Schiffahrts
gesellschaften zu erkennen. Der Norddeutsche Lloyd z. B. ver
brauchte im Jahre 1903:
138 20g Pfd. präserviertes Rindfleisch,
38397 „ „ Hammelfleisch,
64 102 „ Cornedbeef,
sowie an Gemüsekonserven und verschiedenen Fleischkonserven außer
dem 637 800 Büchsen und Gläser.
In der Volkswirtschaft spielen die Hauptrolle die billigeren Kon
serven, die als Nahrungsmittel, nicht als Genußmittel dienen.
Die Konserven sollen aber nicht nur in ihrer Hauptmasse eine
billige, sondern auch eine gute und nahrkräftige Kost bieten und
eine schnelle Beköstigung - ermöglichen. Eine weitere Folgewirkung
der Konservenfabrikation liegt auf dem Gebiete der Landwirtschaft.
Dieser ist durch jene ein Weg gebahnt, gewisse animalische und
vegetabilen Produkte in größerer Menge auf den Markt zu bringen.
In folgender Abhandlung sollen die für Deutschland wichtigen
Gemüse- und Fleischkonserven und die kondensierte Milch, ihre Her
stellung und ihr Umsatz eine eingehende Besprechung erfahren.
Auch der Fleischextrakt kann im weiteren Sinne als eine Fleisch
konserve angesehen werden und da derselbe bisher in der volkswirt
schaftlichen Literatur noch nicht behandelt wurde, dürfte eine Dar
stellung seiner Produktion und des mit ihm betriebenen Handels in
den Rahmen dieser Arbeit gehören.