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in der Betriebsgrößenklasse
im Finanzamtsbezirk
unter 100 ha | 100-—200 ha | über 200 ha
Angerburg . . #
Fischhausen . . . .. .-
A
Sensburg .. . 2... 0. 4.
Treuburg (Kr. Öletzko). .
Weohlau .
Provinz-Durchschnitt |
‚ 47
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16
cc
16
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76
37
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Fe,
Die Struktur der gesamten landwirtschaftlichen Ver-
schuldung der Provinz am 1.1.28 ergibt sich aus folgender Übersicht:
Prozentualer Anteit dar einzelnen Schuldasrton an der‘ Gesamtverschuldung.
Größenklasse
Aufwertungs- ‘
.hypotheken
- Neue ] -'. Personal-. | Altenteile und
Hypotheken schulden Lasten
ZZ
anter 100 ha 26 47 9 un
100—200 ha 22 51 I “9
über 200.ha 16 52 d 31 1
_ Mit wachsender Größe nehmen also die billigen Aufwertungshypotheken ab
und die teuren Personalkredite zu. Ebenso steigt der Anteil der neuen Hypo-
iheken, die aber unter Berücksichtigung der besonderen ostpreußischen Verhält-
nisse weniger gefährlich sind als die Personalkredite. So ergibt sich, daß mit
wachsender Größenklasse die Struktur der Verschuldung ungünstiger wird.
Andererseits bedeutet der hohe Anteil der Aufwertungsverschuldung beim bäuer-
‚ichen Besitz dann eine Gefahr künftiger drückender Verschuldung, wenn die an
arster Stelle stehenden Aufwertungsrechte mit teurerem Realkredit abgelöst werden
müssen, um das Erundbuch für die Sicherung der Neuverschuldung zu bereinigen.
‚ Die aufwertungsberechtigten Schulden der Landwirte werden im allgemeinen
bis zu 25 %, können aber bis zu 100 und mehr Prozent aufgewertet werden. Auf
Jer anderen Seite ist das Kapitalvermögen der Landwirte (Wertpapiere, Kriegs-
anleihen, Sparkassenguthaben) im Durchschnitt nicht im gleichen Maße aufgewertet
worden, obwohl es teilweise durch Schuldenaufnahme erworben wurde. Die Auf-
wertungsbelastung der ostpreußischen Landwirtschaft betrug nach der Statistik
des Landesfinanzamts für den 1. Januar 1928 für 36 ostpreußische Kreise 176 Mil-
tionen. Hinzu kommen Altenteile und sonstige Lasten. mit rund 41 Millionen.
c) Folgen der Verschuldung.
Die Folgen dieser hohen Verschuldung sind bisher noch nicht in dem starken
Maße nach außen in Erscheinung getreten, wie man es eigentlich erwarten sollte.
Sie werden augenblicklich im allgemeinen nur bei örtlicher Besichtigung, vor
allem hochverschuldeter Betriebe, sichtbar. Dann zeigt sich, daß diese Betriebe
einer langsamen, aber ständigen Devastierung unterliegen, Diese Devastierung
besteht im Verkauf lebenden und toten Inventars oft bis zu einem Grade, der die
ordnungsgemäße Bewirtschaftung der Betriebe ernstlich in Frage stellt, in der
Ausbeutung des Bodens durch geringen Aufwand an künstlichem Dünger, durch
Nichtausbesserung vorhandener Entwässerungsanlagen und durch über den Be
trieheplan hinausgehende Überhiebe bei Waldungen./ In der Nachkriegszeit haben