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Schlußsrgebnisse
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fähigkeil erbracht haben, und hinter denen nichts steht, als die fa
natische verranntheit einzelner Doktrinäre? vermag unsere Arbei
terschaft so wenig einzusehen, wieviel von unseren Nöten auf Rech
nung des Krieges und der auch nach dem Waffenstillstand noch so
lange aufrecht erhaltenen feindlichen Blockade zu setzen ist, daß sie
die individualistische Wirtschaftsordnung allein für die traurigen Zu
stände, unter denen jetzt das deutsche Volk zu leiden hat, verantwort
lich machen will?
Nur wirtschaftliche Kurzsichtigkeit schlimmster Art kann glauben,
eine Volkswirtschaft von der Beschaffenheit der deutschen könne ihre
Lage durch Übergang zum radikalen Sozialismus, für den in Deutsch
land nicht weniger als alle Voraussetzungen fehlen, irgendwie bessern.
Für Deutschland noch weniger als für andere Länder liegt gegenwär
tig ein Anlaß vor, in das Räderwerk seines Wirtschaftslebens einen
anderen Motor als den bisher benutzten einzubauen. Deutschland
handelt vielmehr am klügsten, wenn es unter Verzicht auf alle ge
wagten Experimente die alten bewährten psychischen Motoren, die
bisher fein Wirtschaftsleben in Gang erhalten haben, wieder an
kurbelt. wenn die deutsche Volkswirtschaft nach dem furchtbaren
Schicksal, das sie jetzt durchgemacht hat und das ihr weiter nach
den Friedensbedingungen noch bevorsteht, überhaupt noch einmal
zu ihrer früheren Größe aufgerichtet werden kann, so kann das nur
auf dem Boden der individualistischen Wirtschaftsordnung und unter
der Führung des Kapitalismus geschehen.