Full text: Deutschlands Auslandsanleihen

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Deutschlands Auslandsanleihen. 
Konversion älterer Obligationsanleihen verwendeten Teil der An- 
leihe der Kraftübertragungswerke Rheinfelden ab, so erhält 
man als Gesamtkosten der Anleihen eine Summe von rund 
640 Mill. A. Der Tilgungsbetrag ist derselbe wie der Nominal- 
betrag der Anleihen, abgesehen von den Anleihen der Rhein-Main- 
Donau A.-G. (Nominalbetrag 25 200 000 A) und der Lech Elek- 
trizitätswerke (9720 000 A), die mit einem Aufschlag getilgt 
werden. 
Die Auslandsanleihen der Industrie). 
Unter den industriellen Auslandsanleihen nehmen die. An- 
leihen der Viag (Vereinigte Industrie-Unter- 
nehmungen A.-G.) eine besondere Stellung ein, da die im 
Jahre 1923. gegründete Viag eine Holding-Gesellschaft für ver- 
schiedene reichseigene Betriebe ist, die sich auf Braunkohlen- 
bergbau, Stahlerzeugung und Maschinenbau, Aluminiumerzeugung, 
Stickstöfferzeugung und Elektrizitätserzeugung ?) erstrecken sowie 
einen Bankbetrieb, die .Reichskredit-Gesellschaft, umfassen. Die 
Viag konnte es wagen, bereits im Dezember 1925 eine 6 % An- 
leihe von 6. Mill. $ zu dem verhältnismäßig hohen Kurs von 84% % 
zur Auflegung zu bringen; ihre zweite Anleihe von gleichfalls 
6 Mill. $ ließ sie im Dezember 1926, allerdings bei einer Verzinsung 
von 6% %, zu 97% % auflegen. Beide Anleihen übernahmen 
Harris, Forbes & Co. Als Zweck beider Anleihen ist die Erweite- 
rung der zur Viag gehörenden Betriebe genannt. Die erste Anleihe 
nennt sich hydro-electric first mortgage bonds nur aus dem 
Grunde, weil sie durch eine erste Hypothek zwei Kraftanlagen, 
nämlich auf das der Bayerischen Aluminium A.-G. gehörende Inn- 
werk und das der Bayerischen Kraftwerke A.-G. gehörende Caro- 
werk, gesichert ist. Von der ersten. Anleihe werden ab 1. De- 
zember. 1926 jährlich 150 000 $ getilgt, so daß am 1. Dezember 
1945 noch 3150000 $ fällig sind; in den Tilgungsfonds können 
Barzahlungen oder Anleihestücke geliefert werden. Die Anleihe 
kann außerdem ganz oder teilweise zu jedem Zinstermin mit 
60tägiger Frist gekündigt werden. Von der zweiten Anleihe wer- 
den zum 1. November der Jahre 1929 bis 1931 je 120 000 $, 1932 
bis 1937 je 150 000 $, 1938 bis 1940 je 180 000 $ getilgt, so daß 
1941 noch 4200000 $ fällig sind. Eine vorzeitige Kündigung 
kann bis zum 1. November 19838 nur zu 102 %, dann zu pari wie 
bei der ersten Anleihe erfolgen. 
1) Vgl. auch die Anleihen der Sächsischen Landespfandbriefanstalt 
(S. 95), der Deutschen Bank und der Commerz- und Privatbank (S. 97). 
?) Eine besondere Anleihe haben die .zur Viag gehörenden Elektro- 
werke aufgenommen. vel, oben S. 45.
	        
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