Object : Der Weltverkehr und seine Mittel

174  Eisenbahnen:  Die  Lokomotive.

auf  deutschen  Bahnen  Treibräder  bis  zu  2  m  Durchmesser,  in  England  bis  zu  2  >/ 2  m
auf,  während  Güterzuglokomotiven  gewöhnlich  Raddurchmesser  von  1  bis  l^in  haben.
Wollte  man  die  Räder  größer  als  2  x / 2  m  nehmen,  so  erhielte  der  Kessel  bereits
eine  so  hohe  Lage  über  den  Schienen,  daß  eine  Anzahl  Lokomotivteile  in  das  wegen  der
Brücken,  Tunnel,  Bahnsteighallen  u.  s.  w.  für  alle  Bahnen  vorgeschriebeneUrngrenzungsprofil
  der  Fahrzeuge  hineinragen  würde.  Dieses  Profil,  das  in  Abb.  171  dargestellt
und  in  Abb.  168  bis  169  ringsum  eingezeichnet  ist,  schreibt  die  Umgrenzung  vor,  bis  zu
der  sich  die  festen  Teile  der  Eisenbahnfahrzeuge  höchstens  erstrecken  dürfen.  Es  weicht  in
den  einzelnen  Ländern  etwas  voneinander  ab.  So  ist  z.  B.  das  französische  Höhenmaß
geringer  als  das  deutsche,  was  im  Deutsch-französischen  Kriege  1870/71  zu  manchen  Unzuträglichkeiten ­
  bei  der  Beförderung  der  Militärzüge  durch  deutsche  Lokomotiven  geführt  hat.

171.  Umgrenzung  der  grössten  zntässigen
zweiten-  und  Köhenmntzr  der  Eiscniiichiifntzrzeuge.


172.  Umgrenzung  des  lichten  Raumes  für
die  Aanpteisendahnrn  Deutschlands.

Auf  den  deutschen  Bahnen  müssen  ferner  sämtliche  Gleise  der  freien  Bahn,  sowie
innerhalb  der  Stationen  alle  Personenzuggleise  von  baulichen  Anlagen  mindestens  bis  zu
der  in  Abb.  168  rechts,  sowie  in  Abb.  172  wiedergegebenen  „Umgrenzung  des  lichten
Raumes"  freigehalten  werden,  wobei  auf  die  Krümmungen,  aus  die  Spurerweiterung
und  die  Überhöhung  der  äußeren  Schiene  Rücksicht  zu  nehmen  ist.  Für  die  übrigen
Stationsgleise  ist  das  untere  Höhenmaß  von  0,?s  in  der  Abb.  172  auf  1,120  m  vergrößert,
damit  bequeme  Laderampen  für  die  Güterwagen,  deren  Fußboden  etwa  1,2  m  über  den
Schienen  liegt,  angelegt  werden  können:  vergl.  hierüber  auch  Abb.  168  u.'169.
Man  hat  im  Jahre  1855  in  Frankreich  versuchsweise  die  Radachsen  über  den  Kessel
gelegt  bezw.  in  eine  Einsattelung  desselben,  wie  dies  schon  1847  Trevithik,  der  Sohn
des  in  der  „Geschichte  der  Lokomotive"  rühmlichst  genannten  Erfinders,  bei  einer  englischen ­
  Lokomotive  (mit  2,6  m  großen  Treibrädern)  gethan  hatte  und  so  zwar  die  Verwendung ­
  ungewöhnlich  großer  Räder  (bis  2,85  in!)  ohne  erhebliches  Hinaufrücken  des
Gesamtschwerpunktes  der  Lokomotive  ermöglicht,  allein  der  Kessel  bekam  hierbei  eine  so
unzweckmäßige  Form,  daß  seine  Nachteile  den  Nutzen  der  großen  Räder  reichlich  überwogen.
Ungünstig  auf  die  Ausgestaltung  der  Lokomotive  ist  übrigens  auch  die  enge  Spurweite
von  1435  mm  gewesen.  Sie  legt  den  lichten  Abstand  der  beiden  Räder  einer  Achse
            
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