370
Futtermittel.
a) Getrocknete Treber. 1 ) Sowohl die Brauerei- wie Brennereitreber
werden der künstlichen Trocknung unterworfen. Die Trocknung beider Trebersorten
(über den Unterschied vergl. S. 305) geschieht auf gleiche Weise. Entweder benutzt
man die natürlichen Treber wie sie gewonnen werden, oder man preßt einen Teil
des Wassers (etwa 30 °/ 0 ) vorher ab. Diese Flüssigkeit enthält bei neuen Pressen
(mit noch engen Löchern) 1,5—2,0 Pfd., bei alten Pressen (mit weiteren Löchern)
3,0—4,0 Pfd. Nährhestandteile für 1 Ztr. Malzeinmaischung. Da aus 3 Ztr. Malz-
einmaischung ungefähr 1 Ztr. Trockentreber gewonnen werden, so beträgt der Ver
lust an Trockenmasse durch das Pressen etwa 6 °/ 0 bezw. 10 °/ 0 . Früher — und auch
jetzt noch vereinzelt in England — wurde das Trocknen durch direkte Feuergase,
jetzt wird es durchweg durch Abdampf bei etwa 65° vorgenommen. Durch das letztere
Trocknungsverfahren erleiden die Biertreber keine Einbuße in der Verdaulichkeit
und Bekömmlichkeit.
Die Brennereitreber werden bei dem sog. „Lufthefe- oder Lüftungs
verfahren“ erhalten, wobei man die Mutterhefe nicht direkt in, die Maische, sondern
in die von dieser abgetrennte, also treberfreie Würze überführt. Die Zusammensetzung
der getrockneten Treber ist im Mittel mehrerer Untersuchungen etwa folgende:
Anzahl Stickstoff-
Art der Treber;
der
Unter-
Wasser
Stickstoff-
Substanz
Fett
freie
Extrakt-
Rohfaser
Asche
Buchungen
0/
Io
Brauerei- / Gerstenmalz . . 63 8,70
°/o
22,50
°/o
7,50
Stoffe
°/o
42,30
°/o
15,10
°/o
3,90
treber aus \ Woizemnalz . .
13
8,75
25,40
8,63
40,65
13,52
3,06
Mais . . . .
3
9,03
20,83
10,13
44,14
13,77
2,10
Brennerei-
Mais u. Roggen
3
5,23
21,63
10,30
44.84
15,43
2,67
treber aus
Mais u. Malz-
Gersten-
keime . . ,
2
5,65
20,55
10,50
45,65
14,50
3,25
malz und
Eoggen u, Malz-
keime . . .
5
8,30
18,80
6,46
47,22
15,62
3,60
Große Unterschiede
sind
hiernach
in der
Zusammensetzung
der einzelnen
Trebersorten nicht vorhanden; die Weizen-Biertreber enthalten durchweg nur etwas
mehr Protein und Fett (Ätherauszug) als die Gersten-Biertreher; bei den Brennerei
trebern zeichnen sich die, welche unter Verwendung von Mais gewonnen werden,
durch einen höheren Fett- und durchweg auch einen höheren Protein-Gehalt vor
den unter Verwendung von Roggen an Stelle von Mais gewonnenen aus.
Gute Trockentreber sollen frei von brenzlichen und angebrannten, kohligen
Teilen sein, sowie nur bis 12 °/ 0 Wasser enthalten. Mitunter beobachtet man bei
Trockentrebern einen stark saueren Geruch; wir fanden in solchen Proben bis zu
2,43 °/ 0 freie Säuren, als Milchsäure berechnet. Die freie Säure kann wohl
nur daher rühren, daß die Treber vor dem Trocknen längere Zeit gelagert haben
und dabei in sauere Gärung übergegangen sind. Wenn die zur Trocknung ver
wendeten Heizgase mit den zu trocknenden Trebern in direkte Berührung kommen
sollten, so können die Treber (und auch die folgenden getrockneten Futtermittel)
geringe Mengen schweflige Säure bezw. Schwefelsäure aufnehmen.
Die Art der verwendeten Rohstoffe läßt sich nur durch eine mikroskopische
Untersuchung feststellen (vergl. die einzelnen Getreidearten). 2 )
] ) Vergl. Th. Dietrich, Laudw. Versuchs-Stationen 1901, 56, 207.
2 ) Wir beobachteten in einem Palle eine Verfälschung von Trockentrebern mitEeis-
spelzen, die angeblich den Brennereitrebern hier und da zugesetzt werden sollen, um die
Treber leichter trocknen zu können. Um zu entscheiden, ob die vorhandenen Eeisspelzen