Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

Protein  und  Fett,  nämlich  nach  6  Frohen  im  Mittel  38,0  °/ 0  Protein  und  15,5  °/ 0
Fett.  Man  kann  die  chemische  Zusammensetzung  der  Trocken-  (lufttrocknen)  Schlempe
auch  annähernd  berechnen,  wenn  man  die  Menge  und  Zusammensetzung  der  angewendeten ­
  Rohstoffe,  die  Menge  des  gebildeten  Alkohols  und  die  der  gewonnenen
Schlempe  kennt.  Nach  M.  Märcker  werden  aus  je  100  kg  Maischrohstoffen  gewonnen:
Kartoffeln  Roggen  Mais
Lufttrockne  Schlempe  10  kg  40  kg  45  kg.
Wenn  man  annimmt,  daß  auf  je  1000  kg  Roggen  oder  Mais  120  kg  Gerste
(Malz)  eingemaischt  werden  und  von  dem  eingemaischten  Stärkemehl  etwa  85  %
vergären,  so  müßte  unter  Zugrundelegung  einer  Durchschnitts-Zusammensetzung  der
Rohstoffe  die  Roggen-Trockenschlempe  (hei  10  °/ 0  Wasser)  31,7%  Protein  und
4,8  %  Fett,  die  Mais-Trockenschlempe  dagegen  25,3  %  Protein  und  11,8  %  Fett
enthalten.  Die  wirklichen  Handelswaren  pflegen  aber  bezüglich  des  Proteingehaltes
sich  durchweg  umgekehrt  zu  verhalten.  Ob  dieser  Unterschied  mit  der  Art  der
Verarbeitung  zusammenhängt,  muß  dahin  gestellt  bleiben;  unwahrscheinlich  ist
dieses  nicht,  denn  die  Versuchs-Station  Darmstadt  fand  z.  B.  in  der  Trockensubstanz:

Aus  ganzer  Schlempe  ....

Protein
27,2%

Fett
14,2%

Stickstofffreie
Extraktstoffe
39,9%

Rohfaser
10,2%

Asche
8,5%,

Aus  dem  ungelösten  Anteil
der  Schlempe

24,1  „

8,3  „

35,8  „

19,4  „

12.4  „

Im  übrigen  müssen  an  die  Trockenschlempen  dieselben  Anforderungen  gestellt
werden,  wie  an  die  Trockentreber  (S.  370).
Uber  die  Mischbestandteile  der  Trockenschlempen  kann  ebenfalls  nur  die
mikroskopische  Untersuchung  Aufschluß  geben.
c)  Getrocknete  Kartoffeln,  Kartoffelmehl.  Man  hat  versucht,  die
Kartoffeln,  die  heim  Aufbewahren  10%  und  darüber  an  Substanz  verlieren,  im
großen  künstlich  zu  trocknen,
um  sie  auf  diese  W T eise  auf
längere  Zeit  für  die  Verfütterung
  verwenden  zu
können.  Anscheinend  scheitert
das  Verfahren  daran,  daß  die
Herstellungskosten  sehr  hoch
sind  und  die  getrockneten
Kartoffeln  nicht  von  allen
Tieren  genügend  verdaut
werden.  Dagegen  haben  sich
trockne  Kartoffeldauerwaren
für  die  menschliche  Ernährung ­
  (auf  Schiffen,  in
Festungen  usw.)  schon  vielfach ­
  eingeführt.  Das  unter
dem  Namen  „Kartoffelmehl“
im  Handel  vorkommende  Kartoffel-Erzeugnis ­
  pflegt  jedoch
eine  mehr  oder  weniger  unreine  Kartoffelstärke  zu  sein.  Das  Kartoffelmehl  hezw.  die
Stärke  wird  vielfach  den  Nahrungsmittel-Dauerwaren  zugesetzt;  andererseits  erfährt
es  selbst  mitunter  Zusätze  von  geringwertigeren  Getreidemehlen,  hezw.  deren  Stärke.
Für  den  Futtermittelhandel  kommt  auch  die  bei  der  Kartoffelspiritus-Bereitung
abfallende  getrocknete  Kartoffelschlempe  hezw.  Pülpe  in  Betracht  (siehe  S.  258),.

Fig.  112.  Kartoffel.  Querschnitt.  (Vergr.  1;  100.)
Nach  A.  Bömer.
            
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