Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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einander aus. Wo es einen Berufsstand von Kaufleuten gibt, 
braucht man keine Märkte; wo es Märkte gibt, braucht man keine 
Kaufleute.“ „Nur da, wo ein Land begehrte Erzeugnisse nicht 
selbst hervorbringt und diese aus dem Auslande herzugeführt wer 
den müssen, wird sich schon auf der Stufe der Hauswirtschaft 
dafür ein eigener Berufsstand bilden, der Ankauf, Transport und 
Vertrieb jener Waren in seiner Hand vereinigt . . .“ *) Bücher 
erklärt aber nicht, noch sucht er zu erklären, warum sich nur 
der Handel mit fremden Waren in den Händen der Kaufleute 
befand, warum, wie Lamprecht bewiesen hat, in Westeuropa 
noch im 11. Jahrhundert kein innerer Handel zwischen den Guts 
bezirken existiert hat, zwischen denen gewöhnlich nur Geschenke 
ausgetauscht wurden. Der Warenaustausch konnte eben nur 
unter Wirtschaften auftreten, die sich durch natürliche und so 
ziale Momente voneinander unterscheiden: zwischen Acker 
bauern^ und Hirten, zwischen fruchtbaren und nichtfruchtbaren 
Gebieten oder zwischen Wirtschaften, die sich mit Spezial 
berufen abgeben, und bäuerlichen Wirtschaften. 
II. 
Die wichtigsten und notwendigsten Bedarfsgegenstände wer 
den in der Naturalwirtschaft gewöhnlich selbst erzeugt. Der 
Handel beschränkt sich zunächst auf Gegenstände, die in der Um 
gebung nicht hergestellt werden können. Wodurch wird nun 
der Wert dieser Produkte, die von auswärts kommen, bestimmt? 
Etwa durch deren „Seltenheit“? 
Es ist klar, daß die Naturalwirtschaft kein Wertmaß für 
tropische oder andere Produkte hat, die von der Ferne her kom 
men, wie Metalle und Mineralien aus gewissen Ländern. Das 
einzige, was hier wertbestimmend sein kann, sind die Surro 
gate, die an Stelle der auswärtigen Produkte die gleichen Be 
dürfnisse befriedigen können. So können beispielsweise das Be 
dürfnis nach Schmuck auch einheimische Gegenstände zum Teil 
decken. Im übrigen wird aber eine Naturalwirtschaft auch einen 
viel höheren Preis für die ihr ganz unbekannten Gegenstände 
*) „Die Entstehung“ usw., S. 117.
	        
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