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einen eigenen Reservefonds anzulegen, der in 20 oder 30
Jahren die Einlage ersetzen könnte 1 ). Dieses System ist
nicht empfehlenswert. In den ersten Jahren würde der
Wert dieser Aktien sehr hoch steigen, um dann um so
rascher zu fallen 2 ). Der Betrag ferner, der auf jede Aktie
entfiele, wäre viel zu gering, als dass er ökonomisch nutz
bringend sich verwenden liesse, oder gar als Grundlage
einer gleichartigen Beteiligung an einem andern Unter
nehmen dienen könnte 8 ). Ein solches Verfahren wäre auch
sehr zeitraubend und umständlich, es müssten alle Jahre
neue Aktienformulare verteilt oder wenigstens die alten
auf den neuen Betrag abgestempelt werden etc. Auch
börsentechnische Gründe sprechen dagegen. Einige Gesell
schaften haben daher vorgezogen, den Amortisationsfonds
auf eine gewisse Höhe zu bringen und erst dann jedem
Aktionär einen grossem Teilbetrag auf seine Aktien aus
zuzahlen 4 ). Das ist nur bei einem relativ beschränkten
Aktienkapital möglich und von Vorteil.
Die dargelegten Gründe haben die meisten Gesell
schaften bewogen, das System der Verlosung zu wählen 5 ).
Durch das Los werden alljährlich eine gewisse Anzahl
Aktien bestimmt, welche eingelöst werden müssen. Der
ausgeloste Aktionär ist dann wirklich imstande, mit dem
erhaltenen Betrage etwas anzufangen. Für die Verlosung
’) So die Dynamitfabrik Isleten.
2 ) Soll z. B. die Amortisation 20 Jahre dauern, so entfiele dann
auf jede Aktie von Fr. 500 nominell bei einer statutengemässen
Dividende von 5°/o ein jährlicher Betrag von ungefähr Fr. 40.
s ) Fuhrmann, 1. c., 27.
*) So die Dynamitfabrik in Brig, welche je nach dem Stande
der Bilanz alle paar Jahre je ein Viertel des Nominalbetrages der
Aktien auf einmal amortisiert. 1909 waren s /« des Grundkapitals
zurückbezahlt, so dass die Aktien nur noch auf Fr. 125 lauten.
Vgl. auch Valdry, Rev. gen. 1907, 490.
s ) Es ist der einzige Weg, den das österreichische Aktien
regulativ, § 33, ausser dem freihändigen Rückkauf, wenn die Aktie
unter pari steht, kennt.