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Vierter Abschnit
spräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil d®
Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst ver
braucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Wei
verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstages, sondern seit
Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.
Anderseits ist die Größe der Mehrarbeit offenbar selbst gegeb®
mit gegebener Größe des Arbeitstages und gegebenem Wert d®
Arbeitskraft, Der Wert der Arbeitskraft, das heißt die zu ihre
Produktion erheischte Arbeitszeit, bestimmt die zur Reprodukti®
ihres Wertes notwendige Arbeitszeit. Stellt sich eine Arbeitsstund®
in einem Goldquantum von *!/, Shilling oder 6 Pence dar, und he
trägt der Tageswert der Arbeitskraft 5 Shilling, so muß der Arbeite!
täglich 10 Stunden arbeiten, um den ihm vom Kapital gezahlt®
Tageswert seiner Arbeitskraft zu ersetzen oder ein Aequivalent
den Wert seiner notwendigen täglichen Lebensmittel zu produziere
Mit dem Wert dieser Lebensmittel ist der Wert seiner Arbeitskrafb
mit dem Wert seiner Arbeitskraft ist die Größe seiner notwendig“
Arbeitszeit gegeben. Die Größe der Mehrarbeit aber wird erhalt®
durch Subtraktion [Abrechnung] der notwendigen Arbeitszeit von
Gesamtarbeitstag. 10 Stunden subtrahiert von 12 lassen 2, und es il
nicht abzusehen, wie die Mehrarbeit unter den gegebenen Beding
gen über 2 Stunden hinaus verlängert werden kann. Allerdings m
der Kapitalist statt 5 Shilling dem Arbeiter nur 4 Shilling 6 Pence ode
noch weniger zahlen. Zur Reproduktion dieses Wertes von 4 Sbillix
6 Pence würden 9 Arbeitsstunden genügen, von dem zwölfstündig®
Arbeitstag daher 3 statt 2 Stunden der Mehrarbeit anheimfallen U
der Mehrwert selbst von 1 Shilling auf 1 Shilling 6 Pence steig®”
Dies Resultat wäre jedoch nur erzielt durch Herabdrückung de
Lohnes des Arbeiters unter den Wert seiner Arbeitskraft. Mit kb
4 Shilling 6 Pence, die er in 9 Stunden produziert. verfügt er üb®
} Der Wert des täglichen Durchschnittslohnes ist bestimmt durch 4%
was der Arbeiter braucht, „um zu leben, zu arbeiten und sich fortzupflanze®,
(William Petty: „Political Anatomy of Ireland“, 1672, p. 64.) „Der Pre
der Arbeit wird stets durch den Preis der Lebensmittel bestimmt.“ De
Arbeiter erhält nicht den entsprechenden Lohn, „sobald . . . sein Arbeiß
lohn nicht hinreicht, eine Familie, wie sie den Arbeitern oft beschieden jet
gemäß seinem niedrigen Stande aufzuziehen“. (J. Vanderlint: „Mond
answers all Things. London 1734“, p. 15.) „Dem einfachen Arbeiter; öl
nur seine Arme und seine Geschicklichkeit hat, bleibt nichts übrig a
seine Arbeit an andere zu verkaufen. ... Bei jeder Art Arbeit muß “
demnach dahin kommen und kommt es in der Tat dahin, daß der on
des Arbeiters sich auf das beschränkt, was zu seiner Erhaltung unbedi D
notwendig ist.“ (Turgot: „Reflexions sur la Formation et Ja Distribu® fe
des Richesses,“ Oeuvres, 6d. Daire, vol. I, p. 10.) [Vgl. „Betrachtungen üb
die Bildung und die Verteilung des Reichtums“ von Anne Robert Jacdl®
Turgot, übersetzt von V. Dorn, Jena 1903, S. 5, 6.] „Der Preis der Leben®
mittel macht tatsächlich die Produktionskosten der Arbeit aus“ (Mall*®
„Inquiry into ete, Rent. London 1815“, p. 48 n.)