Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Zehntes Kapitel. 
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Io weniger Lebensmittel als vorher, und so findet nur eine ver- 
kümmerte Reproduktion seiner Arbeitskraft statt. Die Mehrarbeit 
Vürde hier nur verlängert durch Ueberschreitung ihrer normalen 
ürenzen, ihre Domäne nur ausgedehnt durch usurpatorischen Ab- 
ruch von der Domäne der notwendigen Arbeitszeit. "Trotz der 
Wehtigen Rolle, welche diese Methode in der wirklichen Bewegung 
des Arbeitslohnes spielt, ist sie hier ausgeschlossen durch die Vor 
WSsetzung, daß die Waren, also auch die Arbeitskraft, zu ihrem 
"Ollen Wert gekauft und verkauft werden. Dies einmal unterstellt, 
kann die zur Produktion der Arbeitskraft oder zur Reproduktion 
Ihres Wertes notwendige Arbeitszeit nicht abnehmen, weil der Lohn 
les Arbeiters unter den Wert seiner Arbeitskraft, sondern nur wenn 
dieser Wert selbst sinkt. Bei gegebener Länge des Arbeitstages 
Tuß die Verlängerung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der not- 
Vehdigen Arbeitszeit entspringen, nicht umgekehrt die Verkürzung 
der Notwendigen Arbeitszeit aus der Verlängerung der Mehrarbeit. 
In Unserm Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um 
' Sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um *!/,, abnehme, von 
D - 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden 
längere. 
. Eine solche Senkung des Wertes der Arbeitskraft um Mao be- 
lingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher 
N 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch un- 
“glich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. Mit 
SBebenen Mitteln kann ein Schuster zum Beispiel ein Paar Stiefel] 
v Sinem Arbeitstage von 12 Stunden machen. Soll er in derselben 
Zeit 2 Paar Stiefel machen, so muß sich die Produktivkraft seiner 
Arbeit verdoppeln, und sie kann sich nicht verdoppeln ohne eine 
Anderung in seinen Arbeitsmitteln oder seiner Arbeitsmethode 
der beiden zugleich. Es muß daher eine Revolution in den Pro- 
Kiktionsbedingungen seiner Arbeit eintreten, das heißt in seiner 
ho duktionsweise und daher im Arbeitsprozeß selbst. Unter Er- 
eng der Produktivkraft der Arbeit verstehen wir hier überhaupt 
SO Veränderung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion 
et Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein 
hurneres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größeres Quan- 
tion Gebrauchswert zu produzieren.” Während also bei der Produk- 
Kon des Mehrwertes in der bisher betrachteten Form die Produk- 
ÜSWweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion 
„Wenn sich die Künste vervollkommnen, was nichts anderes heißt, als 
ne Neye eh gefunden werden, die es ermöglichen, ein Produk! 
her, "CNiger Arbeitskräften oder (was dasselbe bedeutet) in kürzerer Zeit 
der Stellen.“ (Galiani: „Della Moneta“, vol. III von Custodis Sammlung 
180 »Serittori Classici Italiani di Economia Politica“. Parte Moderna. Milano 
ur“ D. 150.) „Die Ersparung an Produktionskosten kann nur hinauslaufen 
(8; die Ersparung an der zur Produktion verwandten Arbeitsmenge. 
Mondi: „Etudes ete.“, vol. I, p. 22.)
	        
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