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Siebter Abschnitt.
Industrie,)®* Diese Quelle der relativen Uebervölkerung fließt also
beständig. Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf
dem Lande selbst eine fortwährend latente Uebervölkerung voraus,
deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle aus-
nahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das
Minimum des Arbeitslohnes herabgedrückt und steht mit einem Fuß
stets im Sumpfe des Pauperismus.
Die dritte Kategorie der relativen Uebervölkerung, die
stockende, bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit
durchaus unregelmäßiger Beschäftigung, so daß sie dem Kapital
einen unerschöpflichen Beh#lter verfügbarer Arbeitskraft bietet. Ihre
Lebenslage sinkt unter das durchschnittliche Normalniveau der
arbeitenden Klasse und gerade dies macht sie zur breiten Grundlage
eigener Ausbeutungszweige des Kapitals. Maximum der Arbeitszeit
und Minimum des Arbeitslohnes charakterisieren sie. Wir haben
unter der Rubrik der Hausarbeit ihre Haupitgestalt bereits kennen
gelernt. Sie rekrutiert sich fortwährend aus den Veberzähligen der
großen Industrie und Agrikultur, und namentlich auch aus unter-
gehenden Industriezweigen, wo der Handwerksbetrieb dem Manu-
fakturbetrieb, letzterer dem Maschinenbetrieb erliegt. Ihr Umfang
dehnt sich, wie mit Umfang und Energie der Akkumulation die
„Ueberzähligmachung“ fortschreitet. Aber sie bildet zugleich ein
sich selbst reproduzierendes und verewigendes Element der Arbeiter-
klasse, das verhältnismäßig größeren Anteil am Gesamtwachstum
derselben nimmt als die übrigen Elemente. In der Tat steht nicht
nur die Masse der Geburten und Todesfälle, sondern die absolute
Größe der Familien in umgekehrtem Verhältnis zur Höhe des Ar-
beitslohnes, also zur Masse der Lebensmittel, worüber die ver-
schiedenen Arbeiterkategorien verfügen. Dies Gesetz der kapita-
listischen Gesellschaft klänge unsinnig unter Wilden oder selbst
zivilisierten Kolonisten. Er erinnert an die massenhafte Reproduk-
tion individuell schwacher und vielgehetzter Tierarten.®?
89 „781 Städte“ sind aufgezählt im Zensus von 1861 für England und
Wales „mit 10960 998 Einwohnern, während die Dörfer und Landkirchspiele
nur 9105226 zählen. ... Im Jahre 1851 figurierten 580 Städte im Zensus;
deren Bevölkerung ungefähr gleich der Bevölkerung der sie umgebenden
Landdistrikte war. Während aber in den letzteren die Bevölkerung während
der folgenden 10 Jahre nur um !/ Million wuchs, wuchs sie in den 580
Städten um 1554067. Der Bevölkerungszuwachs in den Landkirchspielen
ist 6,5 pZt., in den Städten 17,3 PpZt. Der Unterschied in der Rate des
Wachstums ist der Wanderung vom Land in die Stadt geschuldet. Drei Viertel
des Gesamtwachstums der Bevölkerung gehören den Städten.“ („Census etc.“,
vol. IT, p. 11, 12.)
* „Armut scheint die Fortpflanzung zu begünstigen.“ (4. Smith:
„Wealth of Nations“, b. I, ch. 8.) Dies ist sogar eine besonders weise Ein“
richtung Gottes nach dem galanten und geistreichen Abb6 Galiani: „Gott hat
es eingerichtet, daß die Menschen, welche die Berufe von der größten Nütz-
lichkeit ausüben, reichlich geboren werden.“ (Galiani: „Della Moneta‘“, vol. II