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Siebter Abschnitt.
bebaut, behauste Arbeiter eine Wohnlichkeit findet, wie sie sein
Leben produktiven Fleißes verdient. Selbst auf den fürstlichsten
Gütern ist seine Cottage oft von der allerjämmerlichsten Art. Es
gibt Landlords, denen ein Stall gut genug für ihre Arbeiter und deren
Familien erscheint, und die es dennoch nicht verschmähen, aus ihrer
Miete so viel Bares als möglich herauszuschlagen.!® Es mag nur
eine verfallende Hütte mit einer Schlafstube sein, ohne Feuerherd,
ohne Abtritt, ohne öffenbare Fenster, ohne Wasserzufuhr außer dem
Graben, ohne Garten, der Arbeiter ist hilflos gegen die Unbill. Und
unsere gesundheitspolizeilichen Gesetze (The Nuisances Removal
Acts) sind ein toter Buchstabe. Ihre Ausführung ist ja gerade den
Eigentümern anvertraut, welche solche Löcher vermieten. ... Man
muß sich durch ausnahmsweise lichtvollere Szenen nicht blenden
lassen über das erdrückende Uebergewicht der Tatsachen, die ein
Schandfleck der englischen Zivilisation sind. Schauderhaft muß in
der Tat die Lage der Dinge sein, wenn, trotz der augenfälligen
Ungeheuerlichkeit der gegenwärtigen Behausung, sachverständige
Beobachter einstimmig zu dem Schlußresultat gelangen, daß selbsi
die allgemeine Nichtswürdigkeit der Wohnungen noch ein unendlich
minder drückendes Uebel ist als ihr bloß numerischer Mangel. Seil
Jahren war die Ueberstopfung der Wohnungen der Landarbeiter ein
Gegenstand tiefen Kummers nicht nur für Personen, die auf Gesund-
heit, sondern für alle, die auf anständiges und moralisches Leben
halten. Denn, wieder und wieder, in Ausdrücken so gleichförmig,
daß sie stereotypiert zu sein scheinen, klagen die Berichterstatter
über die Verbreitung epidemischer Krankheiten in den ländlichen
Distrikten, über Hausüberfüllung als eine Ursache, die jeden Ver
such, den Fortschritt einer einmal eingeführten Epidemie aufzu-
halten, durchaus vereitelt. Und wieder und wieder ward nach-
gewiesen, daß den vielen gesundheitlichen Einflüssen des Landlebens
zum Trotz die Zusammendrängung, welche das Umsichgreifen
ansteckender Krankheiten so sehr beschleunigt, auch die Entstehung
168 „Der Hausvermieter (der Pächter oder Landlord) bereichert sich
direkt oder indirekt durch die Arbeit eines Mannes, dem er 10 Shilling pro
Woche zahlt, und zwackt dann wieder diesem armen Teufel 4 oder 5 Pfd.
Sterl. jährliche Miete für Häuser ab, die keine 20 Pfd. Sterl. auf offenem
Markt wert sind, aber auf ihrem künstlichen Preis erhallen werden durch
die Macht des Eigentümers, zu sagen: „Nimm mein Haus oder pack’ Dich
und suche anderswo ein Unterkommen, ohne Arbeitszeugnis von mir.“ ...
Wünscht ein Mann sich zu verbessern und als Schienenleger zu einer Eisen-
bahn zu gehen oder einem Steinbruch, wieder ist dieselbe Macht bereit mit
einem: „Arbeite für mich zu diesem niedrigen Arbeitslohn, oder pack’ Dich
auf eine Woche Kündigung; nimm Dein Schwein mit Dir, wenn Du eines hast,
und schau zu, was Du aus den Kartoffeln herausschlägst, die in Deinem
Garten wachsen.“ Steht jedoch das Interesse nach der andern Seite, so ziehl
in solchen Fällen der Eigentümer (respektive Pächter) manchmal eine er-
höhte Hausmiete vor als Strafe für die Desertion aus seinem Dienst.“
(Dr. Hunter: a. a. O., S. 132.)