Insgesamt stellt sich also die Rohölausbeute für
die alten Distrikte
1900 auf 491 Mill. Pud
1901 » 537 »
1902 » 5®9 * »
1903 » 439 > »
1904 » 434 , »
Bibi-Eibat allein
109
Mill. Pud (=
22>/4 %)
134
» » (==
2 5 %)
127
» » (=
25 %)
157
» » (=
35 7* %)
181
» » (=
4i74 o/ 0 )
Differieren Russland und Amerika schon in der Ausdehnung
des als ölführend erkannten und bis jetzt ausgebeuteten Terrains
in erheblichem Masse 1 ), so wird die Verschiedenheit noch augen
fälliger, wenn man die Zahl der Bohrlöcher und ihre Ergiebigkeit
gegeneinander hält.
Zunächst ist hervorzuheben, dass das kaukasische Erdöl unter
viel stärkerem Druck steht und sehr oft in Fontänen mit unge
heurer Gewalt emporstrudelt, während selbstfliessende Quellen in
Amerika äusserst selten geworden sind. Im Jahre 1902 entstammte
der siebente Teil der Bakuer Produktion spouting wells. Ein
einziger solcher well ergab pro Tag oft mehr als sämtliche Bohr
löcher Amerikas zusammengenommen. Sodann ist die Zahl der
Bohrlöcher sehr viel geringer, ihre Durchschnittsergiebigkeit sehr
viel grösser als in Amerika, Dort gab es allein im appalachischen
Gebiet 1897 bereits ca. 6000, im Lima-Indiana-Gebiet ca. 5000,
insgesamt ca. 35 000; für 1903 wurde die Zahl (Mineral Resources,
1903; S. 648) auf 133500 geschätzt. In Russland waren dagegen
nach der offiziellen Statistik 1901: 1710, 1902: 2039 (davon 43
spouting wells), 1903: 1877 (davon 33 spouting wells), 1904:
1 555 Betriebe. Dazu kommt, dass die Bohrlöcher im Kau
kasus im Durchschnitt nur ca. 400 m tief sind, während man in
Pennsylvanien etc. schon auf mehr als das Doppelte hinabgehen
muss.
Schon diese kurzen Darlegungen lassen erkennen, dass die
Gestehungskosten des kaukasischen Rohöls viel geringere sind als
die des amerikanischen. Die Zeitschrift »Plutus« 2 ) berechnet 5
Kop. per Pud für Russland gegen 20 Kop. in den Vereinigten
1) Allerdings scheint die ganze Umgebung des Kaspischen Meeres ölhaltig zu
sein. Bis jetzt findet aber — ausser in der Nähe von Baku — eine nur sehr un
erhebliche Oelgewinnung auf einigen Feldern des Kaukasus statt. Dass die Zu
kunft reichere Aufschlüsse bringt, ist sehr wohl möglich. Für die Gegenwart
kommt fast nur die Produktion auf der Halbinsel Apscheron in Betracht.
2) Jahrgang 1905 Nr. 40, S. 775.
Zeitschrift für die ges. Staatswissensch. Ergänzungsheft 20.
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