Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Vierundzwanzigstes Kapitel. 
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Der Raub der Kirchengüter, die betrügerische Veräußerung der 
Staatsgüter, der Diebstahl des Gemeindeeigentums, die usur- 
patorische und mit rücksichtslosem Terrorismus vollzogene Verwand- 
lung von feudalem und Claneigentum in modernes Privateigentum, 
Menschengeschlecht bietet er aber nur ein Mittel, sich des äußersten Elends 
zu erwehren, und nicht eine Quelle des Wohlstandes. Die direkten Steuern, die 
Hofdienste, die Fronden aller Art erdrücken den deutschen Bauern, der auch 
noch in allem, was er kauft, indirekte Steuern mitbezahlt . .. und um seinen 
Untergang zu vollenden, darf er seine Produkte nicht dort und so zu ver- 
kaufen wagen, wie er möchte. Er wagt auch nicht, seine Bedürfnisse beim 
Kaufmann zu decken, der ihm die Waren zu billigerem Preise liefern würde. 
Alle diese Ursachen ruinieren ihn unmerklich, und er wäre außerstande, die 
direkten Steuern am Verfalltage zu bezahlen, wenn er nicht die Spinnerei 
hätte; sie bietet ihm ein Auskunftsmittel, indem sie sein Weib, seine Kinder, 
sein Gesinde, seine Knechte und ihn selbst nützlich beschäftigt. Aber welch 
ain kärgliches Leben, selbst mit diesem Hilfsmittel! Im Sommer arbeitet 
er wie ein Galeerensklave beim Pflügen und bei der Ernte. Er geht um 
9 Uhr zur Ruhe und steht um 2 Uhr auf, um nur seinen Arbeiten nachzu- 
xommen. Im Winter müßte er eigentlich durch größere Ruhe seine Kräfte 
wieder herstellen; aber es bliebe ihm kein Korn für Brot und für die Aussaat, 
wenn er seine Ernte verkaufen müßte, um das Geld für die Steuern aufzu- 
bringen. Er muß daher, um dieses Loch auszufüllen, spinnen ... er muß 
die größte Emsigkeit dabei betätigen. So geht der Bauer im Winter um 
Mitternacht oder um 1 Uhr zu Bett und steht um 5 oder 6 Uhr auf; oder er 
legt sich um 9 Uhr nieder und erhebt sich um 2 Uhr, und das geht so fort 
alle Tage seines Lebens mit Ausnahme der Sonntage. Dieses Uebermaß 
von Wachen und Arbeiten reibt die Natur des Menschen auf, und daher 
kommt es, daß Männer und Frauen auf dem Lande viel früher altern als in 
der Stadt.“ (Mirabeau: „De la Monarchie Prussienne. Londres 1788“, vol. HL 
p. 212 ff.) 
Zusatz zur 2. Ausgabe. Im April 1866, 18 Jahre nach der Veröffent- 
lichung der oben zitierten Schrift von Robert Somers, hielt! Professor Leone 
Levi einen Vortrag in der Society of Arts über die Verwandlung der Schaf- 
triften in Wildwaldungen, worin er den Fortschritt der Verwüstung in den 
schottischen Hochlanden schildert. Er sagt unter anderm: „Entvölkerung 
und Verwandlung in bloße Schaftrift boten das bequemste Mittel zu einem 
Einkommen ohne Auslage. ... An der Stelle der Schaftrift ein Deer Forest 
wurde gewöhnlicher Wechsel in den Hochlanden. Die Schafe werden ver- 
trieben durch wilde Tiere, wie man zuvor die Menschen vertrieb, um den 
Schafen Platz zu machen. ... Man kann marschieren von den Gütern des 
Grafen von Dalhousie in Forfarshire bis zu John o’Groats, ohne je das Wald- 
land zu verlassen. — In vielen (dieser Waldungen) sind der Fuchs, die wilde 
Katze, der Marder, der Iltis, das Wiesel und der Alpenhase eingebürgert, 
während das Kaninchen, das Eichhorn und die Ratte seit kurzem ihren Weg 
lahin gefunden haben. Ungeheure Landstriche, welche in der Statistik 
Schottlands als Weiden von ausnahmsweiser Fruchtbarkeit und Ausdehnung 
ägurierten, sind jetzt von aller Kultur und Verbesserung ausgeschlossen und 
ainzig dem Jagdvergnügen weniger Personen — und dies dauert nur für eine 
kurze Periode des Jahres — gewidmet.“ 
Der „London Economist“ vom 2. Juni 1866 sagt: „Ein schottisches Blatt 
berichtet letzte Woche unter andern Neuigkeiten: „Bine der besten Schaf-
	        
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