Full text : Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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TD-Fünfundzwanzigstes

 Kapitel.

695

beiter aus Spanien. Aber ohne Arbeiter (das heißt ohne Sklaverei)
wäre das Kapital kaput gegangen oder wenigstens auf die kleinen
Massen zusammengeschrumpft, worin jedes Individuum es mit
seinen eigenen Händen anwenden kann. Dies fand wirklich statt
in der letzten von den Engländern gegründeten Kolonie, wo ein
großes Kapital in Samen, Vieh und Instrumenten unterging am
Mangel von Lohnarbeitern und wo kein Ansiedler mehr Kapital
besitzt, als er mit seinen eigenen Händen anwenden kann.“ 2%
Man sah: die Expropriation der Volksmasse von Grund und
Boden bildet die Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise.
Das Wesen einer freien Kolonie besteht umgekehrt darin, daß die
Masse des Bodens noch Volkseigentum ist und jeder Ansiedler daher
einen Teil davon in sein Privateigentum und individuelles Produktionsmittel
 verwandeln kann, ohne den späteren Ansiedler an
derselben Operation zu verhindern.?? Dies ist das Geheimnis, sowohl
 der Blüte der Kolonien, als ihres Krebsschadens — ihres
Widerstandes wider die Ansiedlung des Kapitals. „Wo Land sehr
wohlfeil ist und alle Menschen frei sind, wo jeder nach Wunsch
ein Stück Land für sich selbst erhalten kann, ist Arbeit nicht nur
sehr teuer, was den Anteil des Arbeiters an seinem Produkt angeht,
sondern die Schwierigkeit ist, kombinierte Arbeit zu irgendeinem
Preise zu erhalten.“ 2%
Da in den Kolonien die Scheidung des Arbeiters von den Arbeitsbedingungen
 und ihrer Wurzel, dem Grund und Boden, noch
nicht existiert, oder nur vereinzelt, oder auf zu beschränktem Spielraum,
 existiert auch noch nicht die Losscheidung der Agrikultur von
der Industrie, noch nicht die Vernichtung der ländlich häuslichen
Industrie, und wo soll da der innere Markt für das Kapital herkommen?

„Kein Teil der Bevölkerung Amerikas ist ausschließlich agrikol,
mit Ausnahme der Sklaven und ihrer Anwender, die Kapital und
Arbeit für große Werke kombinieren. Freie Amerikaner, die den
Boden selbst bauen, treiben zugleich viele andere Beschäftigungen.
Ein Teil der von ihnen gebrauchten Möbel und Werkzeuge wird
gewöhnlich von ihnen selbst gemacht. Sie bauen häufig ihre eigenen
Häuser und bringen das Produkt ihrer eigenen Industrie zu noch so
fernem Markt. Sie sind Spinner und Weber, sie fabrizieren Seife
und Kerzen, Schuhe und Kleider für ihren eigenen Gebrauch. In
Amerika bildet der Landbau oft das Nebengeschäft eines Grobschmiedes,
 Müllers oder Krämers.“?** Wo bleibt unter solchen
Käuzen das „Entsagungsfeld“ für den Kapitalisten?

261 Ebenda, Bd. II, S. 5. :
263 „Land, um Element der Kolonisation zu werden, muß nicht nur unangebaut
 sein, sondern öffentliches Eigentum, welches in Privateigentum
verwandelt werden kann,“ (Ebenda, Bd. II, S, 125.)
263 Ebenda, Bd. I, S. 247.
264 Ebenda, S. 21, 22.
            
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