95
. ., , . _ „ , .. . . 0,021.850.1000 „ o ö
heiten pro cbm, in Geld ausgedruckt: 75ÖQ = ' M ' k '
für 1000 cbm Gichtgas*) * 2 ).
Anders liegt der Fall, wenn eine Bierbrauerei Treber oder Malz
keime verkauft; auch diese Abfälle haben für den eigenen Betrieb
keinen Materialwert, sind aber ohne Weiterverarbeitung iverkäuflich.
Deshalb sind die Kosten der Bierfabrikation auf die Yerkaufseinheit
zu berechnen: Verbrauch abzüglich Erlös der Nebenprodukte, ge
teilt durch die Produktionsmenge.
Zusammenfassung:
Wir fassen die bisherigen Erörterungen über Abfallstoffe zu
sammen :
1. Die Abfallstoffe usw. sind ihrer Menge nach aufzuzeichnen,
um die Ökonomie der Ausbeute zu kontrollieren, Diebstahl und Unter
schlagung zu verhindern 3 ).
2. Lohn- und allgemeine Unkosten sind bei Berechnung der
Selbstkosten dem Materialwert des Hauptproduktes zuzurechnen.
3. Bei der Berechnung der Selbstkosten eines Abfallstoffe oder
Nebenprodukte produzierenden Betriebes ist der Wert der Abfall
stoffe diesem Betrieb gutzuschreiben.
4. Eine Berechnung der Selbstkosten der Abfallstoffe
erscheint in den meisten Fällen ausgeschlossen. In manchen Be
trieben begnügt man sich, für die innere Verrechnung Taxwerte
oder Normalpreise anzunehmen, die den tatsächlichen Selbst
kosten nahe kommen sollen.
5. Haben die Abfallstoffe einen Marktpreis, so ist bei deren
Verkauf der Erlös abzüglich der Verkaufskosten, bei deren Ver
brauch im eigenen Betrieb der Einkaufswert unter Berücksichtigung
der Nebenumstände anzurechnen.
') Ähnliche Probleme treten in der landwirtschaftlichen Betriebsbuchführung
auf: die Bewertung marktloser Zwischenprodukte. Wir verweisen auf Waltz,
Vom Reinertrag in der Landwirtschaft (Münchener volkswirtschaftliche Studien,
69. Stück), Stuttgart 1904, S. 83 ff., woselbst weitere Literaturangaben zu finden sind.
2 ) Vgl. dazu die Arbeiten von Lührmann in „Stahl und Eisen“, 1899,
S. 475, und von Simmersbach in der gleichen Zeitschrift Nr. 18, S. 648 und
Nr. 17, S. 17. Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1911, S. 947 f. In
manchen Hochofenwerken werden die Hochofengase trotz ihres Wertes nicht
berechnet; andere rechnen eine jährlich unveränderliche Pauschalsumme an.
Auch kommt es vor, daß man dem Walzwerk die Ersparnis als Gaskosten
anrechnet, die sich durch Verwendung der Hoch- und Koksöfen gegenüber einem
angenommenen Normalverbrauch an Kohlen pro 100 kg Walzgut ergibt.
3 ) Wir erinnern hier nur an die wiederholt vorkommenden Unterschlagungen
von Altmaterial durch Mehrlieferungen an die Althändler.