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erfolges mitgesprochen haben, gilt es ebenso wie bei Be-
handlung der Belegschaftsstatistik, genau zu untersuchen,
ob die Arbeitszeitveränderung ausschließlich oder doch als
Hauptfaktor dafür in. Anspruch genommen werden kann
oder welche anderen Gründe als maßgebend erachtet werden
müssen. Als erster Faktor, der besonderen Einfluß auf die
Quantität der Roheisenerzeugung im Hochofenbetrieb aus-
übt, ist die Beschaffenheit des Materials anzuführen, das
zur Beschickung gelangt. Im Jahre 1913, das meist zu
Vergleichen herangezogen wird, obwohl es eine Rekordziffer
an Roheisenerzeugung brachte, wurden z. B. in einem großen
Hochofenwerk des Ruhrbezirkes!) fast nur hochprozentige
Erze beschickt; in der Nachkriegszeit dagegen, etwa 1923,
war man gezwungen, minderwertige Erze zu verarbeiten,
so daß schon auf diese Weise eine Veränderung der Erzeu-
gyungsmenge entstehen mußte, die nicht dem Wechsel des
Schichtsystems zugerechnet werden darf. Ähnlich verhält
es sich mit den Einwirkungen, die von der Qualität des
zur Beschickung gelangenden Kokses auf die Schnelligkeit
des Durchsatzes im Ofenprozeß ausgehen. In gleicher
Richtung liegen die Einflüsse, die der technische Stand der
Öfen selber mit sich bringt; während des Krieges war aus
ihnen herausgeholt worden, was herausgeholt werden konnte.
Nur notdürftige Reparaturen waren gemacht worden, So daß
z. B. der „heiße Wind“ zum Teil in die Luft ging statt in
die Öfen. Ein anderer Grund für das Sinken der Produk-
tion, dessen Einfluß ebenfalls genau festgestellt werden
muß, liegt darin, daß in der Nachkriegszeit die Öfen oft
nur mit einem bestimmten Quantum beschickt werden
durften, um die Produktion wegen mangelnden Absatzes
zu stoppen, so z. B. bei der Königshütte in Oberschlesien,
wo „versucht wird statt mit 50 t Rohmaterial den Ofen zu
beschicken, ihn mit einem minderen Gewicht zu füllen, was
= 13) Nach einem Bericht in „Der Deutsche Metallarbeiter“, Duisburg
1924. Nr. 47, S. 127.