Full text: Das Retablissement Ost- und Westpreußens unter der Mitwirkung und Leitung Theodors von Schön

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fehlte der energische, kolonisatorische Wille, der die Indolenz der unteren 
Behörden überwunden hätte. So wurden die Angebote, wie sie z. B. 1832 
aus Sachsen, 1839 aus Württemberg erfolgten, meist mit der Erklärung 
abgetan, es sei keine Gelegenheit zur Ansiedlung vorhanden. Kam es zur 
Einwanderung, wie 1831/33 bei Eichsfelder Kolonisten, .dann schreckte 
die mangelhafte Unterstützung vor weiteren Versuchen ab; die Regierung 
zu Erfurt, die diese Übersiedlungen eifrig betrieb, hatte zu klagen, daß den 
Kolonisten die gegebenen Versprechungen nicht gehalten würden*). Das 
Bedauern über die lässige Behandlung dieser Fragen wird verstärkt, wenn 
man bedenkt, daß gerade damals der große Answandererstrom nach Amerika 
einsetzt. 
Es hat den Eifer der ostpreußischen Regierungen und Landräte wohl 
kaum erhöht, daß Schön eine Verfügung, die die Ansiedlung sächsischer 
Auswanderer in Ostpreußen betraf, mit der Belehrung verband: „Nieder 
lassungen ausgewanderter Untertanen fremder Regierungen zu befördern, 
sei den jetzt bestehenden Verwaltungsgrundsätzen fremd * 2 3 )." Eine klein 
bäuerliche Besiedlung schien ihm ein Vergehen gegen den Geist der „neuen 
Staatswirtschaftslehre". Es war ganz nach seinem Sinn, wenn Alexander 
Dohna die „kleinlichen Zwangsmaßregeln Friedrichs II." verurteilte, „der 
ganz rücksichtslos nur ein Maximum von Population und von unabhängigen 
kleinen Besitzern habe erhalten wollen und nur hungernde und stehlende 
Kolonisten und Eigenkäthner" großgezogen habe^). 
Wer wollte leugnen, daß die eilfertige „Peuplierung", wie Friedrich 
Wilhelm I. und Friedrich der Große sie betrieben, viele zweifelhafte Exi 
stenzen geschaffen hat? Aber es hieß doch das Kind mit dem Bade aus 
schütten, wenn man darum die innere Kolonisation überhaupt verwarf. 
9 Königsberg St. A. Landratsamt Gumbinnen Nr. 75 vol. I, — Fischhausen 5. 
2 ) Beilage Nr. VI. 
3 ) Promemoria v. Jan. 1819, Rühl II, 322 f.
	        
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