I. Teil.
Einfluß der japanischen Volkswirtschaft auf den russisch-
japanischen Krieg.
1. Kapitel.
Die japanische Volkswirtschaft als die Ursache des russisch-
japanischen Krieges.
Daß wir Japaner einmal mit den Russen zusamnienstoßen mußten,
ist zwar bedauerlich, war aber ebenso sehr unvermeidlich. Die Russen
haben uns aus Sachalin vertrieben als der Kohlenreichtum dieser Insel
bekannt geworden war, sie haben die uns wertvolle Insel Tsuschina
zu annektieren versucht und uns zur Rückgabe von Liao-tung gezwungen,
obwohl wir es mit den Waffen in der Hand erobert hatten.
Das war Konfliktstoff genug!
Gleichwohl ist hierin weniger die eigentliche Ursache, als vielmehr
nur der äußere Anlaß des Krieges zu sehen.
Die wahre Ursache lag darin, daß die Russen uns aus Liao-tung,
bzw. ans der Mandschurei und aus dem nachbarlichen Korea, das
seit dem Jahre 33 vor Christus mehr oder minder ständig unter
unserer Vormundschaft sich befand, immer mehr zu verdrängen
suchten. Damit bedrohten sie die Nationalexistenz Japans, und be
einträchtigten die Ausdehnung der japanischen Volkswirtschaft. Es mag
ja sein, daß die Russen nicht unmittelbar diese Absicht hatten, allein
mit der Gefahr in dieser Richtung mußte man japanischerseits rechnen.
Die außerordentliche Entwicklung des modernen Verkehrs, der
Produktion und des Handels haben bei jedem Volk bewirkt, daß seine
Warenausfuhr auf zahlreiche und gewaltige Konkurrenten auf dem
Weltmarkt stößt. Die fortwährenden Zollerhöhungen haben zudem den
Absatz japanischer Waren im Auslande immer mehr erschwert, und so
mit den Gedanken aufkommen lassen, sich eigene Warenabsatzgebiete zu
verschaffen. Dieser imperialistische Gedanke der Schaffung eines großen
Handelsreichs und der Deckung des eigenen Bedarfes mit eigenen Mitteln
unter dem Schutze hoher Einfuhrzölle auf fremdländische Waren hat