Full text : Mexico

Wirtschaftliche Ausnutzung etc, 79

verhältnisse zwar gemildert, aber nicht aufgehoben ist. So sind
im trockenen Hochland, das von Natur aus schon verhältnismäßig
 spärlich mit Wald bedacht war, die Brenn- und Bauholzbestände
 in der Nähe der großen Siedlungen vollständig vernichtet.
 Aufforstung ist daher hier ein gutes Geschäft, das noch
nicht in genügendem Maße betrieben wird’). Auch in größerer
Entfernung von den Städten sind die Waldbestände stark
dezimiert worden — aber nicht bloß von Mexicanern und
Spaniern, sondern in manchen Gebieten zweifellos auch schon
vor Kolumbus von den Indianern, während in anderen strenge
Strafen auf die Zerstörung der Wälder gesetzt waren (Azteken).
Die Spanier aber haben die Wälder in der Nähe ihrer Wohnstätten
 rasch verwüstet, weil sie viel Holzbedarf hatten für
Bauzwecke, Minenbetrieb, Kohlenbereitung u. s. f. und weil
ungehütetes Feuer (beim Abbrennen von Weideflächen oder
Rodungen) nun häufig auf benachbarte Waldbestände übergriff.
Diese Verringerung der Waldfläche hat im Hochland großen
Schaden getan: daß die Regenmenge geringer geworden wäre,
läßt sich freilich nicht beweisen, wohl aber ist durch diese Entblößung
 der Berghänge (die auf dem Hochland hauptsächlich
für Waldwuchs geeignet sind) die dortige Erdkrume vielfach
infolge des Fehlens des früheren Vegetationsschutzes abgeschwemmt
 worden, der Ablauf der in der Regenzeit reichlichen
Wassermengen erfolgt nun viel rascher als zuvor und erzeugt
daher Hochfluten, die teils durch gesteigerte Erosion (Wegreißen
 von Feldstücken und Unterwaschung von Wegen u. s. f.)
teils — im flachen Land — durch Schutt- und Schlammabsatz
gelegentlich zahlreicher Überschwemmungen Schaden anstiften.
Immerhin sind auf weiten Flächen des Hochlandes, insbesondere
auf den wenig besiedelten Rücken der Sierra Madre Occidental,
noch sehr ausgedehnte unberührte Waldflächen vorhanden und
die Eichen- und Kiefernwälder der dichter bevölkerten Gebiete
gestatten noch immer sehr ausgiebige wirtschaftliche Ausbeutung
 (für Bau- und Brennholz. Kohlenbrennen u. Ss. w.),

1) Man bedenke nur, daß im Rechnungsjahr 1928/24 für 9 Millionen
Pesos Bauholz eingeführt werden mußte!
            
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