Full text : Mexico

80 Die einzelnen Wirtschaftszweige etc,

während das Kienholz der Kiefer noch immer in ländlichen
Haushalten eine Rolle als Beleuchtungs- und Anzündematerial
spielt. Die ursprünglich vorhandenen Grasfluren, die erst seit
Einführung der europäischen Haustiere unmittelbare wirtschaftliche
 Bedeutung besitzen, sind künstlich erweitert, worden, indem
benachbarte Dorngestrüppformationen oder auch Wälderstrecken
 abgebrannt und die später nachkeimenden Holzgewächse
 durch Weidebetrieb oder unmittelbaren menschlichen
Eingriff am Aufkommen gehindert wurden. Es ist also in solchen
Fällen den einheimischen Gräsern die Ausbreitung auf größeren
Flächen künstlich ermöglicht worden. Zahlreiche wildwachsende
Einzelgewächse werden insbesondere von Indianern und ländlichen
 Betrieben verwertet für Haushaltungszwecke, als Dachdeckmaterial,
 für Hut-, Matten-, Korbflechterei, Seilerarbeiten,
für ärztliche Zwecke oder auch für Kultushandlungen nach heidnischer
 Überlieferung, wie das Kopalharz.
Während die natürliche Pflanzenwelt des Hochlandes —
mit Ausnahme von Ixtlefasern!) und Zacatonwurzeln?), Dividivi
 („Cascalote‘, das ist die gerbstoffhaltigen Schoten von
Caesalpinia coriaria) und der kautschukliefernden Guayulepflanzen
 — und der trockenen Gebiete des Tieflands fast nur
für den Verbrauch im Lande selbst Verwendung findet, wird die
wildwachsende Pflanzenwelt der feuchten Urwaldgebiete®) nicht
nur im ausgedehntesten Maße für den Gebrauch im Lande selbst
herangezogen, sondern es werden auch bedeutende Mengen von
Hölzern und anderen Waldprodukten nach dem Ausland
 verschickt. Es gehören hierher vor allem Möhelhölzer. wie

*) Unter Ixtle versteht man die Fasern verschiedener Agavearten:
Agave americana, A. atrovirens, A. tequelana, A. heteracantha („Lechuguilla“),
 A. falcata (Espadin), A. vivipara, ferner von Bromeliz silvestris
(„Pita“) und den Liliazeen Yucca und Dasylirion texanum (Ausfuhr
1923/24 4:2 Millionen Pesos). „Zapupe“ ist die Faser von Agave rubescens.
?) „Zacatön“ sind die Wurzeln von Eragrostis limbata, Epicampes
macroura und anderen Gramineen.
°) Wenn in statistischen Angaben der dichte Wald mit 14.850 km?
angegeben wird, so ist das ein großer Irrtum. Die Ausdehnung der dichten
Urwälder ist mindestens 10mal, vielleicht 20mal größer; es fehlen aber die
Grundlagen für eine zuverlässige Arealberechnung.
            
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