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wie sie Cassel beschreibt, ausgelöst werden könnten. Aber
sie sind nach Amonn keine notwendige Folge‘).
Amonn ist insofern mit seinen Ausführungen gegenüber
Cassel im Recht, als Cassel gerade von einem Punkt ausgeht,
der es weniger wahrscheinlich macht, daß die Senkung des
Zinsfußes seitens der Banken zu einer gesteigerten Realkapital-
produktion führt. Aus Cassels Äußerungen muß man schließen,
daß für ihn die gesteigerte Produktion von festem Realkapital
erst dann einsetzt, wenn der Zinsfuß auf dem Markte für lang-
fristige Darlehen, also auf dem Kapitalmarkte im Unterschiede
zum Geldmarkte, gefallen ist. Cassel macht also die Annahme,
daß, wenn das künstlich vermehrte Angebot an Kapitaldis-
position auf dem Markte für langfristige Anlagen erscheint,
die Erträge des Realkapitals sich nominell noch nicht geändert
haben und infolgedessen, um das gesteigerte Angebot an Kapital-
disposition unterbringen zu können, ein entsprechendes Fallen
des Zinses auf dem Kapitalmarkte stattfinden muß, was neue
Methoden rentabel macht.
Die Voraussetzung, von der Cassel hier ausgeht, wird aber
in den meisten Fällen nicht zutreffen. Vielmehr ist anzunehmen
— aus Gründen, die ebenfalls mit der Herabsetzung des Bank-
zinses zusammenhängen und die wir jetzt gleich besprechen
werden — daß, ehe das vermehrte Angebot an Kapitaldisposition
auf dem Markte für langfristige Anlagen erscheint, die Erträge
des festen Realkapitals nominell, teilweise vielleicht auch schon
real gestiegen sind. Cassels Ausführungen werden demnach
vom Amonnschen Einwand getroffen.
1) Amonn, Cassels, System, S. 340. Auch bei Besprechung der
Schumpeterschen Theorie, der Amonn bekanntlich in weitem Maße
zustimmt, erkennt er an, daß die Ausgabe zusätzlicher Kaufkraft für die
dynamische Entwicklung sehr wichtig ist, bemerkt aber auch, daß die
Finanzierung mit Kreditgeld keine wesentliche Tatsache der dynamischen
Entwicklung sei (Amonn, Die Probleme der wirtsch. Dynamik, Archiv
f. Sozialwiss. u. Sozialpol., Bd. 38, Tübingen 1914, S, 105 Anm. 12). Diese
Aussage ist sehr interessant. Denn man muß doch dann zum Schluß
kommen, daß Amonn gar nicht die großen, modernen Aufschwungs-
bewegungen, bei denen die Ausgabe zusätzlicher Kaufkraft eine Rolle
spielt, im Auge hat, vielmehr der Zins für ihn dort entstanden ist, wo die
Einführung einer neuen Methode die Aufnahme eines entsprechenden
Kredites seitens des Unternehmers erforderte, Es handelt sich hier also
deutlich um eine genetische Zinserklärung,