Full text : Statische oder dynamische Zinstheorie?

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Sein Beweisgang ist folgender: „Stellen wir uns einen
Landbewohner vor, der überlegt, auf welche Weise er den
heutigen Arbeitstag verwenden soll. Es stehen ihm hierzu
vielleicht hundert verschiedene Möglichkeiten offen. Um nur
einige der einfachsten zu nennen, könnte er fischen, oder jagen,
oder Früchte einsammeln. Alle drei Beschäftigungsarten
kommen darin überein, daß sie ihren Erfolg momentan, noch
am Abend desselben Arbeitstages einbringen. Gesetzt, unser
Landbewohner entscheidet sich für das Fischen und bringt am
Abend drei Fische heim. Welches Opfer hat ihm ihre Erlangung
gekostet‘ ?

„Wenn wir von der minimalen Abnutzung des Fischzeuges
absehen, offenbar einen Arbeitstag, und sonst nichts. —
Es ist indes möglich, daß unser Landbewohner dieses Opfer
auch unter einem anderen Gesichtspunkte ansieht. Es ist
möglich, daß er es an dem Genusse bemißt, den er sich bei einer
anderen Verwendung des Arbeitstages hätte verschaffen können,
und den er jetzt entbehren muß. Er kann folgendermaßen
kalkulieren: Hätte ich heute gejagt statt zu fischen, so hätte
ich höchstwahrscheinlich drei Hasen erlegt. Was mich meine
Fische in Wahrheit kosten, sind die drei Hasen, auf deren Genuß
ich jetzt verzichten muß“
„Ich glaube, daß diese Art der Berechnung des Opfers
gleichfalls nicht unrichtig ist. Man sieht hier einfach die Arbeit
als ein bloßes Mittel zum Zweck an und setzt, über das Mittel,
das man zunächst opfert, hinweggehend, sofort den Zweck ein,
den man durch das Mittel aufopfert. Dieselbe Kalkulationsmethode
 gebrauchen wir oftmals im Wirtschaftsleben, Wenn
ich eine Geldsumme von 300 fl. definitiv zur Ausgabe bestimmt
habe, aber zwischen zwei Verwendungen schwanke, und mich
endlich für die eine entscheide, z. B. für eine Vergnügungsreise
statt für den Ankauf eines persischen Teppichs, so wird sich
mir wahrscheinlich das endgültige Opfer, das mich die Verznügungsreise
 gekostet hat, unter dem Bilde des jetzt entbehrten
persischen Teppichs darstellen‘.

„Jedenfalls ist es aber einleuchtend, daß man bei der Berechnung
 des Opfers, das man für einen wirtschaftlichen Zweck
            
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