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Michelstatt
Erbach
2
1
5
2
3
2
3
1
1
0
0
Wertheim
Miltenberg
Bischofsheim
Amorbach
Walthürn
Buchen
Konigheim
Krautheim
Hirschhorn
Von den zwei in Miltenberg vorhandenen Meistern hat einer die
Gerberei aufgegeben.
Die hier für Amorbach, Miltenberg und Aschaffenburg dargelegten
Berhältnisfe kann man als typisch für diese Landzünfte bezeichnen:
feierliches Wandern der Lade *), häufige Neueinrichtung von Zünften,
weite Wege und viel Zeitversäumnis für den Fall der Zunfttage, dazu
noch hohe Kosten und große Umstände bei den Meisterstücken, weil die
Meister oft aus entfernten Plätzen auf mehrere Tage Herreisen müssen ").
Die Meister in diesen kleinen Plätzen empfanden die Zunft überhaupt
nur als lästige Fessel, so daß Klagen über unzünftige Meister
auf dem Lande immer häufiger werden").
Eine wenn auch kurze Berücksichtigung verdienen im Anschluß an
Obiges noch die Verhältnisse der Gesellen. Wie für das ganze Handwerk,
so brachte auch für die Gerbergesellen schon der Anfang des
15. Jahrhunderts die Zusammenfassung der Gesellen in Assoziationen,
welche einen der Zunft der Meister ähnlichen Aufbau besaßen; wie für
die übrigen Gewerbe die ersten derartigen Verbände in den Rheinischen
Gegenden entstanden, so bildeten sich die ersten Vereinigungen von
Gerbergesellen ebenfalls in den Städten des Rheins, und wie einst
die Brüderschaft für die Meister das Vehikel gewesen war, auf welchem
sie zu größerer Selbständigkeit sich emporschwangen, so war nun auch
für die Gesellen die kirchliche Vereinigung die Form, unter welcher sie
sich zunächst zusammenscharten.
Zu Basel schlossen sich 1414 die Gerberknechte zu einem Bunde
Zusammen gegen die Meister, um gemeinsam die Arbeit niederzulegen;
«s kam verhältnismäßig bald zu einer Verständigung, und die Gerbergesellen
leisteten vor versammeltem Handwerk einen Eid, worin sie beschworen,
„den oben genannten Kunde, so sh wider die gerwermeister
' obgenannt gemacht Hand, genzlich und gar abzelassend, und davon ze
sind und noch niemer ne keinen bunt wieder die obgenannten gerwery
Vgl. Langenzenn, Vol. II, Fasz. 6; Einfalt 1910, S. 80 f.
2 ) Vgl. Gunzenhausen 1798-1804. s ) Vgl. z. B. Würzburg 1738—1739.