Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

und sie hielten sich gerettet. Nachdem sich die Ver- 
sammlung bereits vertagt hatte, saßen noch einige Di- 
rektoren im Gespräch zusammen, da kam eine tele- 
phonische Nachricht von einer Bank in Newark, daß 
die National Bank of Commerce sich geweigert habe, 
Schecks der Knickerbocker einzulösen. Die Treuhand- 
gesellschaften hatten nämlich vor einiger Zeit die 
Clearing House Association verlassen, als sie zur Ver- 
mehrung ihrer Reserven aufgefordert worden waren, 
und jede Treuhandgesellschaft hatte mit einer großen 
Bank ein Abkommen zur Einlösung ihrer Schecks ge- 
troffen. Die Weigerung der Bank of Commerce, sich 
weiterhin an dieses Abkommen zu halten, war ein ver- 
nichtender und gänzlich unerwarteter Schlag. Die noch 
anwesenden Direktoren waren bestürzt, und man be- 
schloß, noch am selben Abend eine weitere Versamm- 
lung in Sherry'’s Hotel abzuhalten, zu der alle in der 
Stadt sich aufhaltenden Mitglieder des Direktoriums 
geladen wurden. 
Die Knickerbocker Trust Company hatte 10 Mil- 
lionen Dollar in bar in ihren Kammern, aber im Fall 
eines Ansturms würden sie nur ein Tropfen auf einen 
heißen Stein sein. Charles W. Steele und George W. 
Perkins, beide Mitglieder der Firma J. P. Morgan & 
Co., waren zu der Versammlung ebenfalls geladen 
worden, und sie versicherten den Direktoren, daß die 
Clearinghaus-Banken sich zweifellos hinter die Knicker- 
bocker stellen und ihr genügend Geld vorstrecken wür- 
den, um über die Schwierigkeiten hinwegzukommen. 
Es wurde aber noch nicht entschieden, von wem und 
auf welche Weise dieses Geld vorgestreckt werden 
sollte. Richter Gerard riet andererseits, die Knicker- 
bocker solle schließen, da es Wahnsinn wäre, am 
nächsten Morgen noch einmal zu öffnen. Die Mehr- 
heit war jedoch für Öffnen, wenn die Direktoren auch 
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