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Dreiundzwanzigstes Kapitel.
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Es ist hier der Ort, auf eine der Großtaten der ökonomischen
Apologetik zurückzukommen. Man erinnert sich, daß, wenn durch
Einführung neuer oder Ausdehnung alter Maschinerie ein Stück
variables Kapital in konstantes verwandelt wird, der ökonomische
Apologet diese Operation, welche Kapital „bindet“ und eben dadurch
Arbeiter „freisetzt“, umgekehrt so deutet, daß sie Kapital für den
Arbeiter freisetzt. [Vgl. dreizehntes Kapitel, Nr. 6: Die Kompensationstheorie
usw.] Erst jetzt kann man die Unverschämtheit des
Apologeten vollständig würdigen. Was freigesetzt wird, sind nicht
nur die unmittelbar durch die Maschine verdrängten Arbeiter, sondern
ebenso ihre Ersatzmannschaft und das, bei gewohnter Ausdehnung
des Geschäfts auf seiner alten Basis, regelmäßig aufgenommene
Zuschußkontingent. Sie sind jetzt alle „freigesetzt“, und jedes
neue funktionslustige Kapital kann über sie verfügen. Ob es sie
dder andere anzieht, die Wirkung auf die allgemeine Arbeitsnachfrage
wird gleich Null sein, solange dies Kapital gerade hir
teicht, um den Markt von ebensoviel Arbeitern zu befreien, als die
Maschinen auf ihn geworfen. Beschäftigt es eine geringere Zahl, so
wächst die Menge der Ueberzähligen; beschäftigt es eine größere,
80 wächst die allgemeine Arbeitsnachfrage nur um den UVeberschuß
der Beschäftigten über die „Freigesetzten“. Der Aufschwung, den
aulagesuchende Zusatzkapitale sonst der allgemeinen Arbeitsnachlrage
gegeben hätten, ist also in jedem Fall insoweit weitgemacht,
Wie die von der Maschine aufs Pflaster geworfenen Arbeiter reichen.
Der Mechanismus der kapitalistischen Produktion sorgt also
dafür, daß der absolute Zuwachs von Kapital von keiner entsprechenden
Steigerung der allgemeinen Arbeitsnachfrage begleitet ist. Und
dies nennt der Apologet einen Ausgleich für das Elend, die Leiden
und den möglichen Untergang der aus ihrer Beschäftigung geworlenen
Arbeiter während der Uebergangsperiode, welche sie in die
industrielle Reservearmee bannt! ;
Die Nachfrage nach Arbeit ist nicht gleichbedeutend mit Wachshım
des Kapitals, die Zufuhr der Arbeit nicht mit dem Wachstum
der Arbeiterklasse, so daß zwei voneinander unabhängige Potenzen
aufeinander einwirkten. Die Würfel sind gefälscht. Das Kapital
agiert auf beiden Seiten zugleich. Wenn seine Akkumulation einerseits
die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie anderseits
die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung“, während zugleich
der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigien zur Flüssig-Machung
von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grade die Arbeitszufuhr
von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht, Die
Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf
dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals.
Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie
88 zugeht, daß im selben Maße, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden
Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst,
Sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer un-Das
Kapital. I, 87