VI. Das älteste erhaltene deutsche Kaufmannsbüchlein 205
5) Der Stammbaum Warendorps, von dem ich hier nur einen kleinen Auszug gebe,
beruht durchaus auf der Verarbeitung der primären Quellen, namentlich der Stadtbücher
ınd Testamente, Wenn sich auch die Filiationen weiter rückwärts nicht mehr feststellen
lassen, so möchte ich doch nicht zweifeln, daß der Giselbert de Warendorp des Freibriefs
Friedrichs I. vom Jahre 1188 in die Ahnen gehören wird, und daß dieser Giselbert wiederum
mit den Gründungsunternehmern blutmäßig in Zusammenhang steht. Vgl. dazu unten
die Ausführungen über die Grundbesitzverhältnisse der Familie, insbesondere Anm. 26.
®) Die Tatsache, daß die Mutter unseres Hermann Warendorp eine Schwester des
Hermann de Warendorp senior ist, spricht deutlich für die blutmäßige Verschiedenheit
der beiden Familien, die auch durch verschiedene Wappenführung bestätigt wird.
’) Nicht Mengstr. 9, wie E. F. Fehling, Lübeckische Ratslinie, 1925, Nr. 345 angibt:
9 ist die alte Nummer vor 1880. — Zu der bei Fehling angegebenen Jahreszahl 1346 vgl.
unten Anm, 155.
®) Nach dem Testament Hinrichs von 1380 (s. oben S. 184f.) hatte Hinrich pueri,
1407 wird aber nur noch sein Sohn Hermann erwähnt.
®) Vgl. einstweilen: F. Rörig, Lübecker Familien und Persönlichkeiten aus der Früh-
zeit der Stadt, oben S. 133ff.
©») O.St.B. 1327, Jacobi op. — Die litera patens des Rigaer Rats, deren Inhalt im
0.St.B. mitgeteilt ist, ist nicht erhalten. Der in ihr erwähnte Gottschalk ist der Sohn
Brunos, also der Neffe unseres Hermann. Er ist 1327 angesehener Kaufmann — Nieder-
stadtbuch! — und von 1344 bis zu seinem 1365 erfolgten Tode Ratsherr. — Um den 1327
bereits als Ratsherr fungierenden Gottschalk de W. senior kann es sich hier nicht handeln,
da die Bezeichnung dominus fehlt, dieser Gottschalk auch aus einer andern — der dritten
— Warendorpfamilie stammt.
1") Vgl. oben S. 141..
1?) Niederstadtbuch 1346, Egidii, Vgl. 1347, octava b. Martini.
'9) Volquinus Wichar de Warendorp tenetur dno. Hermanno Warendorp 18 m, d. Joh,
baptiste. 1342, Misericordia dni.
14) Niederstadtbuch 1345, Marie Magdalene, und 1347, assumptionis Marie.
!S) Näheres darüber später.
6) K. Kunze, Hanseakten aus England, Nr. 97; H. U. B. II, S. 337, Nr. 2.
#7) Vgl. Anm. 43 u. Anm. 152 (Tiderich von Reval).
1) K. Kunze, a. a. O. Nr. 109 (1339); S. 357 (1340); H. U. B. II, S.338, Nr. 15u. 17
(1338, 1339): Licenzen mit Godeke von Reval für 200 und 500 Sack Wolle.
9) Niederstadtbuch, Bd. I, f. 5 b.
0) Niederstadtbuch, Bd. I, f. 6 b.
4) L.U.B. IT, Nr. 1077.
”) Niederstadtbuch, Bd. I, f. 6 b.
3) Vielleicht ist dieser Hinrich identisch mit dem oben als Setzschiffer Warendorps
arwähnten Hinrich juvenis de Warendorp. .
4) Diese 4 Notizen entstammen dem societates-Register des ältesten erhaltenen Nieder-
stadtbuchs. Es sind die Nummern 192, 193, 197 und 230 (f. 38a, 38b, 41 a).
®) Ich nähere mich hier Anschauungen, wie sie, allerdings unter heftigem Widerspruch,
F, Keutgen 1906 geäußert hat. (Vtjschr. f. S. u. W. G. Bd. IV, S. 506). — Eingehender
werde ich später auf diese Fragen eingehen. Zu polemischen Auseinandersetzungen ist
hier nicht der Ort.
%a) W. Sombart, Kapitalismus, 4. Aufl. Bd. I, S. 301 und 285f, — Vgl. dazu die
treffenden Ausführungen von W. H. Edwards, Gött, Gel. Anz., 1918, S. 35f. —— Meine
eigenen Untersuchungen über die Lübecker Handelsgesellschaften, welche die Gesamtheit
der Eintragungen des Societätsregisters in Zusammenhang mit denen des übrigen Nieder-
stadtbuchs berücksichtigen, muß ich für mein Lübeckbuch zurückstellen. Vgl. einstweilen
auch oben S. 134.