Full text: Hansische Beiträge zur deutschen Wirtschaftsgeschichte

208 VI. Das älteste erhaltene deutsche Kaufmannsbüchlein 
Rat geführt hat, und Wedekin Clingenberg, der hervorragendere Bruder unseres Johann 
und erstes Ratsmitglied der Johannschen Linie, hat auch deutliche Spuren seiner kauf- 
männischen Aktivität hinterlassen. Von dem ersten Ratsherrn Johann war noch der Sohn, 
von Wedekin Sohn und Enkel Glieder des Rates. Wedekin, seine beiden Söhne Bertram 
und Goswin, sowie seine Enkelkinder Johann und Margarete, führen nun dasselbe Wappen 
wie der erste Ratsherr Johann, und darin scheint mir die Berechtigung zu liegen, den 
ersten Johann und den ersten Eberhard als Brüder zu betrachten. — Erwähnenswert ist, 
daß 1376 von den beiden Söhnen Wedekins der ältere, Bertram, das Familienwappen 
im Siegel führt, der jüngere, Goswin, aber „eine Hausmarke‘ (M.U.B. XIX, S. 111, 
Nr. 10912). Späterhin aber, 1408, führt der inzwischen längst Ratmann gewordene Goswin 
auch das Familienwappen im Siegel (Milde, Lübecker Bürgersiegel, Test. XV, Nr. 93). 
%) Auch dieser Stammbaumauszug beruht durchaus auf primären Quellen. Von 
Schröders zuverlässiger Hand liegt ein Stammbaum der Clingenberg vor, der sich mit 
den hier gemachten Angaben deckt. Aus ihm ist der Eintrag über Margarete, vermählt 
mit Godeke Travelmann, entnommen. Schröder bringt auch den Zusammenhang des 
ältesten Johann mit den 4 Geschwistern als deren Vater. Es trifft zweifellos zu, wenn ich 
auch beim Jahre 1323, das Schröder als Hinweis auf das Oberstadtbuch als Quelle bringt, 
einen entsprechenden Eintrag nicht gefunden habe. Der Nachweis ist aber auch indirekt 
leicht zu führen: 1. Der älteste Johann hat die Hebungen in Blüssen erworben, die sich 
dann unter seinen Kindern forterben. Vgl. unten Anmerkung 125. 2. Das Haus Meng- 
straße 12 hatte 1313 der ältere Hermann de Warendorp, der eine Schwiegersohn Wede- 
kins de Revalia, an dessen änderen Schwiegersohn, Johann Clingenberg, aufgelassen. Aus 
dessen Nachlaß war das Haus zu ? an seinen Sohn Wedekin, zu +} an seine Tochter, 
die Ehefrau unsers H. W., gelangt. Vgl. Anm. 155, Hierdurch ist die Generationentolge 
sichergestellt, Nach Schröder hatte der ältere Johann Cl. in zweiter Ehe Taleke vam Steen 
geheiratet, die also die Mutter unseres Johannes sein kann, 
16) M.U.B. 6889. 
47) Darüber werde ich später eingehender berichten. 
48) M.U.B. 6652. 
49) Nachweise in meinem späteren Buche. 
50) S. oben S. 177£. 
51) M.U.B. 6889. 
5) Schröder, Hs. Mar. Magdalenen-Quartier, S. 45 und 47. 
53) Niederstadtbuch 1334, Egidii und Lamberti; 1335 Voc. jocunditatis, 
5) Wozu wiederum paßt, daß er einmal im O.St.B. „Hintzeke‘“ genannt wird. Vgl. oben 
Anm. 35, 
55) Niederstadtbuch 1338, Petri et Pauli. 
56) Vgl. oben Anm. 35. 
57) Darin verfährt er ganz wie sein Vetter, der Ratsherr Wilhelm Warendorp, der auch 
von 1350 bis 1358 das Niederstadtbuch nicht benutzte; über die Gründe in meinem späteren 
Buche. 
58) Niederstadtbuch 1350, Joh. baptiste, 1358, Bartholomei. 
59) Johann Paternostermaker ist der Vater des berüchtigten Hinrich Paternostermaker, 
des Rädelsführers von 1384. Schon seine Beziehungen zum Sohne unseres Hermann 
Warendorp mögen genügen, um die immer noch verbreitete Legende zu beseitigen, als 
sei Hinrich Paternostermaker aus Handwerkerkreisen hervorgegangen. ; 
60) Nach Frankfurt handelte Johann Paternostermaker, Davon später. Einmal ver- 
kaufte Hermann Warendorp junior 1 Last Wachs für 400 m 12 ß an Eberhard Schepen- 
stede und Bernard Niebur. Gerade dieser Schepenstede stand mit Frankfurt in Be- 
ziehungen: N.St.B. 1376, Petri et Pauli. | 
61) Niederstadtbuch 1360, nat. Mariae „idem Hermannus dicebatur in Westfalia 
vinculis mancipatus tunc retentus“.
	        
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