I. Theil. Statistik der Anträge, Ablehnungen, Aufnahmen und Abgänge.
werden können, nicht aber hinsichtlich der Abgewiesenen,
welche sich nach der Abweisung jeder Beobachtung durch die
abweisende Anstalt entziehen, mit einiger Genauigkeit con
trolaren. Die Zahl Derer, welche, bereits versichert, mit einem
Nachversicherungs-Anträge abgewiesen werden, sowie die Zahl
Derer, welche früher abgewiesen wurden, auf einen zweiten
oder dritten Antrag aber angenommen werden, ist leider noch
zu gering, um eine solche Controle zu ermöglichen.
Hingesehen auf die Beurtheilung und Berücksichtigung der
Berufsgefahr ist die Bank auf Grund sorgfältiger Beobach
tungen allmählich zu der Ueberzeugung gelangt, dass eine
generelle Ausschliessung 1 ) gewisser Berufsklassen nur ganz
ausnahmsweise geboten erscheint, dass, abgesehen von diesen
noch festzuhaltenden Ausnahmen, auch Personen, deren Beruf
nach allgemeiner Anschauung gesundheitsgefährdend ist, dann
noch aufgenommen werden können, wenn die physikalische
Untersuchung das Vorhandensein einer grossen individuellen
Widerstandsfähigkeit gegen jene schädlichen Einflüsse ergiebt,
und durch die ganze Lebenshaltung eine Neutralisirung der
letzteren mit Erfolg angestrebt wird. In allen den Fällen, wo
die normale Gesundheit vermisst wird, oder wo bedenkliche
Lebensgewohnheiten, oder wirklich ernste Gefährdung durch
Beruf oder Beschäftigung constatirt werden, erfolgt die Ab
weisung, und es finden solche Anträge auch gegen das Erbieten
zur Entrichtung einer höheren als der tarifmäsigen Prämie bei
der Bank keine Annahme. Die Bank geht davon aus, dass es
zur Zeit noch an der wissenschaftlichen Grundlage für die
Bemessung solcher Prämien - Aufschläge fehlt. Wenn sie in
Fällen, wo der augenblickliche Gesundheitszustand normal ist,
und die Berufsbeschäftigung für die nächste Zukunft keine
Beeinträchtigung der Gesundheit befürchten lässt, aber doch in
der Constitution oder Beschäftigung des Antragstellers Momente
gefunden werden, welche für eine spätere Zukunft Bedenken
erregen, bisweilen die sogenannte abgekürzte Versicherung vor
schlägt und eintreten lässt, so bietet sie dem Versicherten für
die zur Erwerbung des Anspruches auf frühere Auszahlung der
Versicherungssumme bezahlte Zusatzprämie ein bestimmtes
Aequivalent, welches bekanntlich der willkürlich bemessenen
Versetzung in eine höhere Altersklasse oder dem Procent-
zuschlage wegen nicht intacter Gesundheit nicht gegenübersteht.
Abgelehnt wurden:
Beantragte V.-S.
1 438 Anträge mit 7314 800 Jk.
2144 » » 10776400 »
2 324 » » II 548 500 »
3 882 » » 22 020600 »
5 523 » 39131000 »
in Sa. 15 311 Anträge mit 90 791 300 Jk.
oder in Procenten der Anmeldungen:
Nach der Zahl:
im ersten Jahrzehnt 10,34 °/o
im ersten Jahrzehnt
» zweiten »
» dritten »
» vierten »
» fünften »
» zweiten » 14,87 »
» dritten » 13,50 »
» vierten » 14,35 »
» fünften » 12,48 »
im Ganzen 13,11 °/ 0
Es wurde oben bemerkt, dass die Qualität der Leistungen
Nach der Summe:
11,32 °/o
17,58 »
15,27 »
I5>21 »
1 3 ’5 4 »
14,29 °/o
’) Die verfassungsmäsige generelle Ausschliessung von Personen,
welche im Seedienste stehen, beruht nicht etwa auf der An
nahme, dass der Beruf des Seemannes an sich gesundheitsgefährlich
und lebensverkürzend sei, sondern sie ist theils durch den Umstand
begründet, dass sich Seeleute in Folge ihres Berufes oft auf viele
fahre der Beobachtung des Versicherers vollkommen entziehen, theils
hängt sie mit den Beschränkungen zusammen, welche die Anstalt
ihren Versicherten im Betreff der Reisen nach gewissen Gegenden
auferlegen muss.
der werbenden Organe einer Versicherungs-Anstalt sich unter
Anderem auch durch die Zahl der Abweisungen charakterisire;
freilich charakterisirt die letztere auch die Leistungen der die
Prüfung der Anträge besorgenden Stelle und die bei dieser
Prüfung maasgebenden Grundsätze. Eine Vergleichung der
Zahl der abgewiesenen Anträge bei der Gothaer Anstalt mit
den entsprechenden Ziffern, welche die Rechenschaftsberichte
anderer deutscher Anstalten ergeben, lässt die erstere mäsig
erscheinen. Ein Zeichen wohl mehr für die Durchschnitts-
Qualität der eingegangenen Anträge, als dafür, dass die Kritik
des eingehenden Materials nicht mit gleicher Strenge und
Gründlichkeit geübt würde, wie bei anderen Anstalten. Denn
für die Strenge und Gewissenhaftigkeit dieser Kritik zeugen
andererseits wieder die günstigen Sterhlichkeits - Erfahrungen
zur Genüge.
Schon dass das Procentverhältniss in allen Perioden in der
zweiten Reihe (Summe) nicht unwesentlich höher ist, als in
der ersten (Zahl der abgewiesenen Anträge) zeigt deutlich an,
dass es sich bei den Abweisungen vornehmlich um grössere
Anträge gehandelt hat. Deutlicher noch wird dies, wenn wir
die Durchschnitte der Antrag-Summen mit den gleichen Durch
schnitten der Summen der abgewiesenen Anträge vergleichen.
Es betrugen:
Die Summen durchschnittlich Die Summen durchschnittlich
auf die Anmeldung auf die Abweisung
im I. Jahrzehnt 4645 Jk. 5087 Jk.
t> II. » 4252 » 5026 »
» III. » 4394 » 4969 »
» IV. » 5355 » 5672 »
» V. » 6529 » 7085 »
Die durch diese Ziffern - Reihen erläuterte Thatsache hat
nichts Befremdliches. Ein ähnliches Verhältniss kehrt in der
Geschäfts-Statistik der meisten deutschen Anstalten wieder.
Hauptspalte III. der Tabelle I giebt die Zahl der perfect
gewordenen Verträge und der neu aufgenommenen
Personen und deren Versicherungs-Summen an.
Die Bewegung ist nicht ganz die gleiche wie bei den Anträgen.
Es wurden nämlich:
neu aufgenommen einzelne Ver- Die Versicherungen
Personen: Sicherungsanträge lauteten über Mark
abgeschlossen: Versicher.-Summe :
im I. Jahrzehnt 10648
» 10 4O4
» 12380
» 19759
» 32590
» II.
» III.
» IV.
» V.
II970
12 I94
I4712
22 886
38215
55 161 600
50076000
62 877000
120 941 100
244 590 900
533646600
in Sa. 85781 99977
(Die Personen dieser Aufstellung sind diejenigen, mit denen
überhaupt Versicherungsverträge abgeschlossen wurden; die
Zahl der Versicherungen ist gleich der Zahl der ausgestellten
Urkunden über perfect gewordene Versicherungsverträge, deren
also einzelne Versicherte je mehrere eingingen )
Der Jabres-Durchschnitt betrug:
Personen : Vertrage :
im
»
» III.
» IV.
» V.
I. Jahrzehnt
II. »
1065
IO4O
1238
1976
3259
und es kamen durchschnittlich:
auf eine Person:
im I. Jahrzehnt
II.
III.
1197
1219
1471
2289
3822
V ers.-Summe :
5 516 I6O An.
5OO76OO »
62877OO »
12094 I IO »
24459090 »
5180 Jk.
4813
5079
6121
7505
auf einen Vertrag:
4609 Jk Vers.-Summe
4107
4274 »
5284 »
6400 »
IV
V.