Full text: Hansische Beiträge zur deutschen Wirtschaftsgeschichte

I. Lübeck und der Ursprung der Ratsverfassung. 
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7) Hach, Cod. I, 28. — Dort im Text irrtümlich civitatis statt civitas. Vgl. Frens- 
dorff, Das lübische Recht, S. 7, Anm. 2. 
%) Hach, Cod. II, Art. 43 ( = Westphalen, Art. 30). 
%) In der Änderung drückt sich nur die schon beobachtete Tatsache aus, daß der Rat 
als solcher gegenüber der durch ihn vertretenen Bürgerschaft in der zweiten Hälfte des 
13. Jahrhunderts mehr hervortritt, entsprechend seiner Entwicklung zu einer mehr 
regierenden als vertretenden Obrigkeit. Vgl. oben S. 14. 
100) U.B. Bistum Lübeck, Nr. 27, S. 32. — Vgl. oben S. 15 und 16, 
101) U.B. Bistum Lübeck, Nr. 59, S. 61. 
102) U.B. Bistum Lübeck, Nr. 120, S. 109ff. 
+03) Stadt- und Gerichtsverfassung, S. 200ff. 
04) Im Text der städtischen Urkunde steht nicht etwa, wie man erwarten sollte, der 
Bischof als Gegenpartei, sondern wieder die consules et burgenses, wie in der bischöflichen. 
Hier liegt eine Gedankenlosigkeit bei der Ausfertigung vor. Das letzte Wort beider 
Urkunden lautet übrigens nicht quarta, sondern datum. Für die Indiktionszahl wie die 
weiteren Datumsangaben ist Raum freigelassen. — Verderbter Druck bei Lünig, Spicile- 
gium ecclesiasticum II, S. 301. Die bischöfliche Urkunde ist abgedruckt: L.U.B. I, 
Nr. 44, S. 54f. 
1065) Vgl. Frensdorff, Stadt- und Gerichtsverfassung, S. 101. 
106) Hans. Gesch.-Bll. 1873; S. 105f. 
67) Für die sehr wenigen Lübecker Quellenstellen würde man mit der Annahme, daß 
zs sich bei den discreti, maiores und potiores nur um den ‚alten Rat‘ handelt, auskommen, 
Die jurati der Urkunde von 1280 (U.B. Bistum Lübeck, Nr. 275, S. 273) lehnt Wehr- 
ınanna.a.O.,S. 105, Anm, 2, mit guten Gründen ab. Wie wenig zuverlässig Titulaturen 
in Urkunden auswärtiger Aussteller sein können, zeigt eine Bulle von Papst Innocenz IV. 
vom Jahre 1246 (L.U.B. I, S. 111), die an die judices, scabini et populus Lubicensis 
gerichtet ist. Vgl. auch Frensdorff, a, a. O., S. 174, Anm. 26. 
108) Unter Heranziehung der Köbnerschen Anschauungen über das Verhältnis von 
Geschlechtern und Rat in Köln (vgl. oben Anm. 87) lösen sich die Schwierigkeiten am 
besten auf: Dann hätte auch in Lübeck zunächst die „Blutsgemeinschaft‘‘ (Köbner 
5, 547) der untereinander verschwägerten Gründerfamilien (vgl. dazu Pauli, Lübeckische 
Zustände I, S. 74 und unten S. 51) die Geschicke der Stadt bestimmt; was sie taten, 
galt als Handlung der ganzen Bürgerschaft, der civitas, der cives. „Nachdem man die 
engere Führergruppe auf eine begrenzte Anzahl zusammengezogen hatte“ (Köbner, 
a. a. O., S. 545), also nach der Bildung eines Rates, der von den alten Familien besetzt 
wurde, wird bei den die Stadt verpflichtenden Beschlüssen jetzt immer mehr nicht mehr 
die „civitas‘“ genannt, sondern deren Organ, der Rat, Solange die Geschlechtergemein- 
schaft als solche die politische Leitung in der Hand hatte, bedurfte es keiner besonderen 
Hervorhebung gegenüber der Gemeinde; was die „civitas‘“ tat, taten in Wirklichkeit 
die Geschlechter. Als die Geschlechter im Rat einen engeren verfassungsmäßigen Aus- 
schuß für die Führung der laufenden Geschäfte einführten, wurde es zunehmend üblich, 
die „consules‘“ als solche als verantwortlich hervorzuheben; wenn diese es nicht vorzogen, 
bei wichtigeren Fragen sich durch die Zustimmung der nicht gerade im Rate sitzenden 
ülieder der an sich ratsfähigen Geschlechter zu sichern. — Die „‚discreti‘“ der Lübecker 
Urkunde von 1229 wären dann nicht nur auf den „alten Rat“, sondern auch auf die 
zatsfähigen Familien schlechthin zu beziehen. — In der Frage des Alters des Lübecker 
Patriziats kommt Pauli, Lübecker Zustände I,S. 66ff. der Wahrheit näher als Frens- 
dorff, Stadt- und Gerichtsverfassung Lübecks S. 200, der ein Patriziat in Lübeck erst 
mit der Zirkelgesellschaft einsetzen läßt. Über dies ‚zweite Patriziat‘ vgl. unten S. 242 
Anm, 36, 
109) Frensdorff, Stadt- und Gerichtsverfassung, S, 86 und 207. 
0) Ebenda S. 02.
	        
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