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Hafen der Havana 24mal angelaufen habe. Dagegen wird für das Jahr
1883 berichtet: Deutsche Dampfer seien bei dem Seeverkehr Havana's
gar nicht mehr betheiligt, da die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-
Gesellschaft ebenso iute der Norddeutsche Lloyd ihre Schiffe ganz zurückge
zogen hätten; bei den dermaligen Dampferfahrten kämen 12 größere und
kleinere spanische Linien, 5 Nordamerikanische, 1 französische, 1 englische
und 1 mexikanische in Betracht. Seither legen deutsche Dampfer nur selten
dort an: den Verkehr nach Deutschland vermitteln vortheilhafter die frem
den regelmäßigen Linien. Ohnehin wird in Havana das Lagergeld für
wenige Tage eben so hoch berechnet iute für das ganze Jahr; der Ver
sender kann also ohne Mehrkosten warten, bis einer der häufig ohne
Ladung durchgehenden Dampfer ihm eine billige Verfrachtung erlaubt.
Die Seefrachten haben während und in Folge der unruhigen Zeiten
sowie wegen der wechselnden Höhe der Ernten sehr erhebliche Schwankungen
erfahren. Auch die eigenthümlichen Geldverhältnisse haben dazu mitge-
wirkt. Eigne Nhederei scheint in Havana oder sonst in Cuba nicht vor
handen zu sein; fremden Rhedern aber kann die Seefracht nur in Golde
berechnet werden. Um einen ungefähren Anhalt zur Beurtheilung zu
bieten, ist in der beigefügten Tabelle eine Uebersicht der Seefrachten von
Havana nach dem Kanal (Falmouth) per Ordre aus den Berichten zusam
mengestellt für die Jahre 1862 bis 1885. Diese Fracht ist gewählt, weil
sie am besten den Vergleich ermöglicht und für Europa ant wichtigsten ist,
da die Kosten der Versendung nach England den Verkaufspreis des Zuckers
daselbst mit bestimmen. Agentnrgebühren, Prämien u. dergl. sind bei den
Zahlen der Tabelle nicht inbegriffen. Auch die Fracht nach den Vereinigten
Staaten ist natürlich Schwankungen unterworfen, wenn auch weniger
starken. Im Jahre 1875 notirte man Anfangs 1 bis l l / 2 dollars per
ßtfte, an Gilbe beììelbett mtr '/, biß % dollar ber #te, ttitb 5'A bea.
2 3 / 4 dollar per Faß Zucker, sowie 3% bez. l 3 / 4 dollar für das Faß
Ueber die Geldwirthschaft der Insel ist schon in einem früheren Ab
schnitte ausführlicher gesprochen worden. Der Tabelle E ist neben den
Seefrachten eine Nachweisung des Wechselcourses ans London, 60 Tage
Sicht, sowie eine Nachweisung der Prämien, welche für Spanisches Gold
gezahlt werden mußten, gegeben und damit eine Nachweisnng der einge
führten und ausgeführten Edelmetalle (Goldmünzen) verbunden. Für das
Jahr 1874 mußte der Wechseleonrs in Papier der Bank von Havana an
gegeben werden, weil damals die Geschäfte nicht ans Goldbasis gemacht
wurden. Uebrigens muß bemerkt werden, daß die beharrliche Höhe des
Courses nur eine scheinbare ist, weil für London usancemäßig das Pfund
Sterling mit 4,44 pesos berechnet wird, während sonst ausnahmslos der
peso gleich 5 fr. oder 4 Mark steht. Banknoten hatte die Bank von Ha-